Regenerierte Ökosysteme binden CO2
Das äthiopische Hochland ist stark von Landdegradation, Abholzung und zunehmenden Klimaschwankungen betroffen. Zwischen 2002 und 2023 hat das Land rund 20 Prozent seiner Waldfläche verloren (Global Forest Watch, o. J.). Die Folgen sind sinkende Bodenfruchtbarkeit, geringere Wasserverfügbarkeit und ein Verlust an Biodiversität.
Das Projekt wirkt diesen Entwicklungen mit einer Kombination aus Aufforstung, Wiederaufforstung und Agroforstwirtschaft entgegen. Ein zentraler Ansatz sind sogenannte „Exclosures“: geschützte Flächen, auf denen sich die natürliche Vegetation regenerieren kann. Beweidung und Holznutzung sind dort eingeschränkt, sodass sich die Ökosysteme erholen können. Gleichzeitig beschleunigen Maßnahmen wie gezielte Nachpflanzungen, Boden- und Wasserschutz sowie aktives Waldmanagement die Regeneration und erhöhen die CO2-Bindung.
Die geschützte Fläche wächst kontinuierlich: Während sie 2016 noch rund 540 Hektar umfasste, sind es 2023 bereits etwa 11.190 Hektar. Mit zunehmender Wiederherstellung der Flächen wird mehr CO₂ in Biomasse und Böden gebunden.
Das Projekt arbeitet eng mit Vereinigungen landloser Kleinbauern zusammen, die eine zentrale Rolle bei der Wiederherstellung und Pflege der Flächen übernehmen. Sie erhalten kostenlose Schulungen zu nachhaltigen Landnutzungspraktiken, beispielsweise zur Baumpflanzung, zum Boden- und Wasserschutz, zur Imkerei oder zur Nutzung von Waldprodukten wie Weihrauch. So können sie aktiv zur Wiederherstellung der Ökosysteme beitragen und gleichzeitig langfristige Einkommensquellen aufbauen.
Darüber hinaus fördert das Projekt Agroforstsysteme, bei denen Bäume gezielt in die landwirtschaftliche Nutzung integriert werden. Über 1.500 Landwirte wenden diese Methoden bereits an und kombinieren Nutzpflanzen mit Obst- und Waldbäumen. Eine besonders wichtige Rolle spielt Kaffee als hochwertige Kulturpflanze mit großem Marktpotenzial. Er trägt dazu bei, Einkommen zu diversifizieren und widerstandsfähiger gegenüber Klimarisiken zu machen.
Das Projekt hat positive Auswirkungen auf das Klima, die Biodiversität und die Lebensgrundlagen der lokalen Bevölkerung, indem es Ökosysteme wiederherstellt, nachhaltige Landwirtschaft stärkt und lokale Produktion fördert. Gleichzeitig erhöht es die Resilienz ländlicher Gemeinschaften.

Wie funktioniert Klimaschutz mit Aufforstung, Wiederaufforstung und Agroforstwirtschaft?
Es gibt viele verschiedene Ansätze, um degradierte Landschaften wiederherzustellen und die CO2-Bindung zu erhöhen. Dazu zählen Aufforstung, (die Etablierung von Wäldern auf zuvor nicht bewaldeten Flächen), Wiederaufforstung (die Wiederherstellung degradierter oder entwaldeter Waldflächen) sowie Agroforstsysteme, bei denen Bäume auf landwirtschaftlichen Flächen gepflanzt werden.
Klimaschutzprojekte, die diese Ansätze kombinieren, verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz der Landrenaturierung. Sie fördern natürliche Regenerationsprozesse, pflanzen gezielt einheimische Baumarten und integrieren Bäume in landwirtschaftliche Systeme. Dadurch wird nicht nur die Kohlenstoffspeicherung in Biomasse und Böden erhöht, sondern auch die Biodiversität, die Bodenfruchtbarkeit und die Wasserspeicherfähigkeit verbessert.
Die lokale Bevölkerung spielt eine zentrale Rolle bei der Umsetzung dieser Maßnahmen, indem sie traditionelles Wissen und nachhaltige Landnutzungspraktiken einbringt. Maßnahmen wie der Schutz von der Flächen, die Pflanzung einheimischer Arten, die Einführung von Agroforstsystemen sowie Boden- und Wasserschutzmaßnahmen tragen zur Wiederherstellung von Ökosystemen bei und sichern gleichzeitig Lebensgrundlagen.
Studien zeigen, dass die (Wieder-)aufforstung von Wäldern und ein nachhaltiges Landmanagement das Potenzial haben, den Klimawandel zu mindern, indem sie CO₂ aus der Atmosphäre binden. Projekte, die Aufforstung, Wiederaufforstung und Agroforstwirtschaft kombinieren, stellen daher eine besonders wirksame und skalierbare naturbasierte Klimaschutzlösung dar. Die Projekte zu Aufforstung, Wiederaufforstung und Agroforstwirtschaft im ClimatePartner-Portfolio sind bei internationalen Standards registriert.
Vier Qualitätskriterien für Klimaschutzprojekte
Lebenszyklus eines Klimaschutzprojekts
Ein Klimaschutzprojekt hat einen definierten Lebenszyklus und durchläuft verschiedene Stationen von der Machbarkeitsprüfung bis hin zur Stilllegung der verifizierten Emissionsreduktionen.Der bzw. die Projektentwickler:in überprüft die generelle Machbarkeit des Projekts, das Projekt-Design und die Finanzierung. Anschließend wird das sogenannte Project Design Document (PDD) erstellt, das alle grundsätzlichen Informationen zum Projekt, beispielsweise das Projektziel, den Standort, wann das Projekt implementiert werden soll und die Projektlaufzeit enthält.
Im nächsten Schritt überprüfen unabhängige Auditoren das PDD und die darin enthaltenen Informationen. Dazu gehören oft auch Projektbesuche mit Interviews und Analysen vor Ort. Auditoren sind akkreditierte, neutrale Prüfer, die vom Register als Validierungs- und Verifizierungsstelle zugelassen sein müssen. TÜV Nord/Süd, S&A Carbon LLC., und SCS Global Services sind Beispiele für VVBs.
Nach der erfolgreichen Validierung kann das Projekt beim Standard, wie dem Verified Carbon Standard oder dem Gold Standard, registriert werden. Alle qualitativ hochwertigen Klimaschutzprojekte beruhen auf internationalen Standards. Sie bilden den Rahmen für das Projekt-Design, den Projektaufbau, die Berechnung der Emissionen und das Monitoring. Anerkannte Standards machen Markt und die Projekte selbst widerstandsfähig, nachvollziehbar und glaubwürdig.
Nachdem das Projekt registriert wurde, beginnt die erste Monitoring-Phase. Hier überwachen und dokumentieren die Projektentwickler die Daten der Projektaktivitäten und des Projektfortschritts. Die Dauer der Monitoring-Phase ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich, sie kann zwei Jahre umfassen, aber auch eine Dokumentation über fünf oder sieben Jahre sind möglich.
Nach Abschluss jeder Monitoring-Phase überprüft und beurteilt eine Validierungs- und Verifizierungsstelle, ob die im Monitoring-Bericht angegebenen Werte und Projektaktivitäten korrekt sind. Wie auch bei der Validierung sind Besuche im Projektgebiet oft Teil der Verifizierung.
Die in der Verifizierung überprüften Emissionsreduktionen können nach der erfolgreichen Verifizierung ex-post als verifizierte Emissionsreduktionen ausgegeben werden. Die Schritte Monitoring, Verifizierung und Ausgabe von verifizierten Emissionsreduktionen wiederholen sich in periodischen Abständen und sind als Kreislauf zu betrachten.
Wenn eine verifizierte Emissionsreduktion verwendet wird, muss sie stillgelegt werden. Dieser Vorgang wird ebenfalls in Registern gespeichert. Findet die Finanzierung eines Klimaschutzprojektes über ClimatePartner statt, sammelt ClimatePartner die verifizierten Emissionsreduktionen in einem durch den TÜV Austria geprüften System und legt sie regelmäßig still. So wird sichergestellt, dass jede verifizierte Emissionsreduktion nur einmal verwendet wird. Ein Verkauf danach ist nicht mehr möglich und eine Doppelzählung ist damit ausgeschlossen.
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