Schutz des Amazonas und neue Perspektiven für die lokale Bevölkerung
In Brasilien sind rund 60 Prozent der Landesfläche mit Wald bedeckt (Global Forest Watch). Dennoch gehört das Land zu den Hotspots der weltweiten Entwaldung: Zwischen 2010 und 2020 gingen fast 15 Millionen Hektar Wald verloren. Besonders im Bundesstaat Pará ist der Druck auf die Wälder hoch. Haupttreiber sind illegale Holzentnahme und extensive Viehzucht. Die massive Entwaldung zerstört nicht nur wertvolle Lebensräume, sondern setzt auch große Mengen an Treibhausgasen frei und beschleunigt so den Klimawandel.
Hier setzt das Waldschutzprojekt an. Ziel ist es, durch einen Dreiklang aus Waldschutzmaßnahmen, sozialen Programmen und nachhaltiger Waldbewirtschaftung insgesamt 140.110 Hektar Wald langfristig zu bewahren und Entwaldung zu verhindern. Das Projektgebiet wird dafür regelmäßig von geschulten Waldhüter:innen patrouilliert, Satellitenüberwachung erkennen frühzeitig Vegetationsveränderungen.
Ein Sustainable Forest Management Plan (SFMP) sorgt dafür, dass Holz nur in stark begrenztem Umfang entnommen wird und verpflichtet gleichzeitig zur Wiederaufforstung sowie zur Renaturierung degradierter Flächen.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die aktive Einbindung der lokalen Bevölkerung.
Durch den Aufbau von Fischzuchtanlagen, Gemüsegärten und die Einführung von Agroforstsystemen entstehen alternative Einkommensquellen. So wird verhindert, dass der Lebensunterhalt der Gemeinden vom Abholzen des Waldes abhängt.
Neben den wirtschaftlichen Vorteilen bringt das Projekt auch soziale Verbesserungen:
Das Projekt spendet Bücher und Spiele für die lokale Bibliothek
Das Projekt verbessert den Zugang zu medizinischer Versorgung, verteilt Medikamente und ermöglicht Gesundheitsberatungen
Workshops für Frauen und Jugendliche, z. B. zu Floristik, Schmuckherstellung oder Malerei, legen den Grundstein für neue Einkommensquellen.
Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz bedrohter Arten. Studien dokumentieren die Präsenz gefährdeter Tierarten im Projektgebiet und bilden die Grundlage für gezielte Schutzstrategien – darunter für den Jaguar, den Schwarzgesicht-Kaiserspringaffen und den Grünflügel-Trompeter.
Wälder zählen zu den wichtigsten CO2-Speichern des Planeten, beherbergen eine enorme Artenvielfalt und sind Lebensgrundlage für alle Menschen. Die globalen Waldflächen sind jedoch in den letzten Jahrzehnten aufgrund von zunehmender Besiedelung, landwirtschaftlicher Nutzung, illegaler Abholzung und Rohstoffabbau stark zurückgegangen.
Waldschutzprojekte stellen sicher, dass Wälder langfristig erhalten bleiben und dass der Schutz des Waldes einen höheren Wert erfährt als seine Abholzung. Projektbeteiligte schützen gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung das Gebiet vor negativen Einflüssen. Dazu schaffen die Projekte alternative Einkommensquellen und Bildungsangebote. Je nach Projektregion speichern Wälder unterschiedlich viel CO2 pro Hektar. Besonders viel Kohlenstoff ist in der Vegetation und dem Boden von tropischen Sumpfwäldern, Primärregenwäldern oder Mangroven gespeichert. Die Waldschutz-Projekte im ClimatePartner-Portfolio sind bei internationalen Standards registriert.
Vier Qualitätskriterien für Klimaschutzprojekte
Lebenszyklus eines Klimaschutzprojekts
Ein Klimaschutzprojekt hat einen definierten Lebenszyklus und durchläuft verschiedene Stationen von der Machbarkeitsprüfung bis hin zur Stilllegung der verifizierten Emissionsreduktionen.Der bzw. die Projektentwickler:in überprüft die generelle Machbarkeit des Projekts, das Projekt-Design und die Finanzierung. Anschließend wird das sogenannte Project Design Document (PDD) erstellt, das alle grundsätzlichen Informationen zum Projekt, beispielsweise das Projektziel, den Standort, wann das Projekt implementiert werden soll und die Projektlaufzeit enthält.
Im nächsten Schritt überprüfen unabhängige Auditoren das PDD und die darin enthaltenen Informationen. Dazu gehören oft auch Projektbesuche mit Interviews und Analysen vor Ort. Auditoren sind akkreditierte, neutrale Prüfer, die vom Register als Validierungs- und Verifizierungsstelle zugelassen sein müssen. TÜV Nord/Süd, S&A Carbon LLC., und SCS Global Services sind Beispiele für VVBs.
Nach der erfolgreichen Validierung kann das Projekt beim Standard, wie dem Verified Carbon Standard oder dem Gold Standard, registriert werden. Alle qualitativ hochwertigen Klimaschutzprojekte beruhen auf internationalen Standards. Sie bilden den Rahmen für das Projekt-Design, den Projektaufbau, die Berechnung der Emissionen und das Monitoring. Anerkannte Standards machen Markt und die Projekte selbst widerstandsfähig, nachvollziehbar und glaubwürdig.
Nachdem das Projekt registriert wurde, beginnt die erste Monitoring-Phase. Hier überwachen und dokumentieren die Projektentwickler die Daten der Projektaktivitäten und des Projektfortschritts. Die Dauer der Monitoring-Phase ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich, sie kann zwei Jahre umfassen, aber auch eine Dokumentation über fünf oder sieben Jahre sind möglich.
Nach Abschluss jeder Monitoring-Phase überprüft und beurteilt eine Validierungs- und Verifizierungsstelle, ob die im Monitoring-Bericht angegebenen Werte und Projektaktivitäten korrekt sind. Wie auch bei der Validierung sind Besuche im Projektgebiet oft Teil der Verifizierung.
Die in der Verifizierung überprüften Emissionsreduktionen können nach der erfolgreichen Verifizierung ex-post als verifizierte Emissionsreduktionen ausgegeben werden. Die Schritte Monitoring, Verifizierung und Ausgabe von verifizierten Emissionsreduktionen wiederholen sich in periodischen Abständen und sind als Kreislauf zu betrachten.
Wenn eine verifizierte Emissionsreduktion verwendet wird, muss sie stillgelegt werden. Dieser Vorgang wird ebenfalls in Registern gespeichert. Findet die Finanzierung eines Klimaschutzprojektes über ClimatePartner statt, sammelt ClimatePartner die verifizierten Emissionsreduktionen in einem durch den TÜV Austria geprüften System und legt sie regelmäßig still. So wird sichergestellt, dass jede verifizierte Emissionsreduktion nur einmal verwendet wird. Ein Verkauf danach ist nicht mehr möglich und eine Doppelzählung ist damit ausgeschlossen.
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