Pflanzenkohle für mehr Klimaschutz, gesunde Böden und bessere Ernten
In Ghana werden Erntereste wie Kakao-, Mais-, Reis- und Hirserückstände häufig auf offenen Feldern verbrannt oder einfach liegengelassen – mit gravierenden Folgen: Bei der unkontrollierten Verrottung oder Verbrennung entstehen große Mengen klimaschädlicher Gase wie CO₂ und Methan. Gleichzeitig leiden viele Böden unter Nährstoffmangel und Versauerung, was zu niedrigen Ernteerträgen führt. Besonders deutlich wird das in Ghana, wo laut Weltbank rund 24 % der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben – viele von ihnen sind unmittelbar auf die Landwirtschaft angewiesen.
Hier setzt das Klimaschutzprojekt an: Statt Erntereste zu verbrennen, werden sie vor Ort mittels offener Flammenpyrolyse in Pflanzenkohle (Biochar) umgewandelt – ein natürlicher, dauerhafter Kohlenstoffspeicher. Gemeinsam mit Kompost wird die Pflanzenkohle von Kleinbauern auf ihren Feldern ausgebracht. Das verbessert die Bodenstruktur, erhöht die Wasserspeicherfähigkeit und steigert die landwirtschaftlichen Erträge – Klimaschutz wird zur Grundlage für Ernährungssicherheit.
Das Projekt bietet Mehrwert über Klimaschutz hinaus: Frauen- und Jugendgruppen werden geschult, fair bezahlt und aktiv in die lokale Wertschöpfung eingebunden. Mit 866 Produktionsgruppen im Jahr 2025 entstehen neue wirtschaftliche Perspektiven.

Verkohlte Biomasse – Pflanzenkohle – hat viele Vorteile, die sie für Klimaschutzmaßnahmen wertvoll machen. Sie ist nicht nur ein dauerhafter Kohlenstoffspeicher, sondern kann auch für diverse Anwendungen wie zur Wasserfilterung, in der Medizin und als nachhaltiges Baumaterial verwendet werden. Sie verbessert u. a. die Wasser- und Nährstoffspeicherkapazität des Bodens, was zu gesünderen Pflanzen und höheren Erträgen für die Landwirte führt. Pflanzenkohle neutralisiert saure Böden, auf denen Pflanzen sonst schlecht wachsen würden. Die Struktur von Pflanzenkohle verhindert auch, dass Düngemittel ins Grundwasser gelangen. Und da sie die Fruchtbarkeit geschädigter Böden wiederherstellen kann, verringert sie langfristig den Bedarf an Düngemitteln und ermöglicht eine umweltfreundliche Landwirtschaft. Pflanzenkohle wird durch Erhitzen von Biomasse unter Ausschluss von Sauerstoff hergestellt. Das verbleibende Material ist eine fast reine Kohlenstoffstruktur, die Pflanzenkohle. Pflanzenkohle kann aus jedem organischen Material hergestellt werden, z. B. aus Feldabfällen, was sie zu einem wirksamen Mittel der nachhaltigen Abfallwirtschaft macht. Die Pflanzenkohle-Projekte im ClimatePartner-Portfolio sind bei internationalen Standards registriert.
Vier Qualitätskriterien für Klimaschutzprojekte
Lebenszyklus eines Klimaschutzprojekts
Ein Klimaschutzprojekt hat einen definierten Lebenszyklus und durchläuft verschiedene Stationen von der Machbarkeitsprüfung bis hin zur Stilllegung der verifizierten Emissionsreduktionen.Der bzw. die Projektentwickler:in überprüft die generelle Machbarkeit des Projekts, das Projekt-Design und die Finanzierung. Anschließend wird das sogenannte Project Design Document (PDD) erstellt, das alle grundsätzlichen Informationen zum Projekt, beispielsweise das Projektziel, den Standort, wann das Projekt implementiert werden soll und die Projektlaufzeit enthält.
Im nächsten Schritt überprüfen unabhängige Auditoren das PDD und die darin enthaltenen Informationen. Dazu gehören oft auch Projektbesuche mit Interviews und Analysen vor Ort. Auditoren sind akkreditierte, neutrale Prüfer, die vom Register als Validierungs- und Verifizierungsstelle zugelassen sein müssen. TÜV Nord/Süd, S&A Carbon LLC., und SCS Global Services sind Beispiele für VVBs.
Nach der erfolgreichen Validierung kann das Projekt beim Standard, wie dem Verified Carbon Standard oder dem Gold Standard, registriert werden. Alle qualitativ hochwertigen Klimaschutzprojekte beruhen auf internationalen Standards. Sie bilden den Rahmen für das Projekt-Design, den Projektaufbau, die Berechnung der Emissionen und das Monitoring. Anerkannte Standards machen Markt und die Projekte selbst widerstandsfähig, nachvollziehbar und glaubwürdig.
Nachdem das Projekt registriert wurde, beginnt die erste Monitoring-Phase. Hier überwachen und dokumentieren die Projektentwickler die Daten der Projektaktivitäten und des Projektfortschritts. Die Dauer der Monitoring-Phase ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich, sie kann zwei Jahre umfassen, aber auch eine Dokumentation über fünf oder sieben Jahre sind möglich.
Nach Abschluss jeder Monitoring-Phase überprüft und beurteilt eine Validierungs- und Verifizierungsstelle, ob die im Monitoring-Bericht angegebenen Werte und Projektaktivitäten korrekt sind. Wie auch bei der Validierung sind Besuche im Projektgebiet oft Teil der Verifizierung.
Die in der Verifizierung überprüften Emissionsreduktionen können nach der erfolgreichen Verifizierung ex-post als verifizierte Emissionsreduktionen ausgegeben werden. Die Schritte Monitoring, Verifizierung und Ausgabe von verifizierten Emissionsreduktionen wiederholen sich in periodischen Abständen und sind als Kreislauf zu betrachten.
Wenn eine verifizierte Emissionsreduktion verwendet wird, muss sie stillgelegt werden. Dieser Vorgang wird ebenfalls in Registern gespeichert. Findet die Finanzierung eines Klimaschutzprojektes über ClimatePartner statt, sammelt ClimatePartner die verifizierten Emissionsreduktionen in einem durch den TÜV Austria geprüften System und legt sie regelmäßig still. So wird sichergestellt, dass jede verifizierte Emissionsreduktion nur einmal verwendet wird. Ein Verkauf danach ist nicht mehr möglich und eine Doppelzählung ist damit ausgeschlossen.
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