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Wo einst Weideland war: Wie Aufforstung Panamas Wälder zurückbringt


Panama, landesweit
ClimatePartner ID: 1133
Aufforstung, Wiederaufforstung und AgroforstwirtschaftEinblicke ins Projekt

In Panama wurden große Waldflächen über Jahrzehnte für extensive Rinderwirtschaft gerodet. Zurück blieben degradierte Graslandschaften mit geringer Artenvielfalt und stark geschwächten Böden. Dieses Projekt setzt genau dort an, wo der Wald verschwunden ist.

Auf einer Projektfläche von 13.242 Hektar, vergleichbar mit der Größe von Paris, werden 8.539 Hektar degradierte Flächen in artenreiche Mischwälder umgewandelt. Die Pflanzungen bestehen aus einheimischen Baumarten und Teak. Parallel dazu wird Kakao im Agroforstsystem angebaut, was die Artenvielfalt fördert und zusätzliche Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung schafft. Die Wälder werden nach FSC-Standard zertifiziert bewirtschaftet.

Das Projekt schafft Arbeitsplätze in ländlichen Regionen Panamas und legt besonderen Wert auf faire und sichere Arbeitsbedingungen. Die Mitarbeitenden werden regelmäßig geschult, unter anderem zu Brandschutz, Arbeitssicherheit und nachhaltigen Forstwirtschaftspraktiken. Ein öffentlich zugänglicher Beschwerde- und Eingabemechanismus stellt sicher, dass lokale Stakeholder ihre Anliegen jederzeit einbringen können.

Über 26.000 Menschen in den umliegenden Gemeinden profitieren direkt und indirekt vom Projekt, unter anderem durch verbesserte lokale Infrastruktur und wirtschaftliche Entwicklung.

Gold Standard
Projektstandard
Das Projekt trägt zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen bei

Wie funktioniert Klimaschutz mit Aufforstung, Wiederaufforstung und Agroforstwirtschaft?

Es gibt viele verschiedene Ansätze, um degradierte Landschaften wiederherzustellen und die CO2-Bindung zu erhöhen. Dazu zählen Aufforstung, (die Etablierung von Wäldern auf zuvor nicht bewaldeten Flächen), Wiederaufforstung (die Wiederherstellung degradierter oder entwaldeter Waldflächen) sowie Agroforstsysteme, bei denen Bäume auf landwirtschaftlichen Flächen gepflanzt werden.

Klimaschutzprojekte, die diese Ansätze kombinieren, verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz der Landrenaturierung. Sie fördern natürliche Regenerationsprozesse, pflanzen gezielt einheimische Baumarten und integrieren Bäume in landwirtschaftliche Systeme. Dadurch wird nicht nur die Kohlenstoffspeicherung in Biomasse und Böden erhöht, sondern auch die Biodiversität, die Bodenfruchtbarkeit und die Wasserspeicherfähigkeit verbessert.

Die lokale Bevölkerung spielt eine zentrale Rolle bei der Umsetzung dieser Maßnahmen, indem sie traditionelles Wissen und nachhaltige Landnutzungspraktiken einbringt. Maßnahmen wie der Schutz von der Flächen, die Pflanzung einheimischer Arten, die Einführung von Agroforstsystemen sowie Boden- und Wasserschutzmaßnahmen tragen zur Wiederherstellung von Ökosystemen bei und sichern gleichzeitig Lebensgrundlagen.

Studien zeigen, dass die (Wieder-)aufforstung von Wäldern und ein nachhaltiges Landmanagement das Potenzial haben, den Klimawandel zu mindern, indem sie CO₂ aus der Atmosphäre binden. Projekte, die Aufforstung, Wiederaufforstung und Agroforstwirtschaft kombinieren, stellen daher eine besonders wirksame und skalierbare naturbasierte Klimaschutzlösung dar. Die Projekte zu Aufforstung, Wiederaufforstung und Agroforstwirtschaft im ClimatePartner-Portfolio sind bei internationalen Standards registriert.

Das Projekt hat zum Ziel, einen Beitrag zu diesen Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) zu leisten.

Keine Armut
Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
Nachhaltige/r Konsum und Produktion
Maßnahmen zum Klimaschutz
Leben an Land
Das Projekt hat zum Ziel, einen Beitrag zu diesen Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) zu leisten.
Projektfakten

Klimaschutzprojekte lassen sich in drei Gruppen einteilen: CO2-Reduktion, CO2-Bindung und CO2-Vermeidung. Projekte zur CO2-Reduktion verringern die Menge an Treibhausgasemissionen, die durch eine bestimmte Aktivität entstehen. Ein Beispiel hierfür sind effiziente Kochöfen-Projekte. Projekte zur CO2-Bindung entfernen Emissionen aus der Atmosphäre, indem sie diese in Kohlenstoffsenken binden. Ein Beispiel hierfür sind Aufforstungsprojekte. Projekte zur CO2-Vermeidung verhindern, dass Treibhausgasemissionen in die Atmosphäre gelangen, zum Beispiel durch den Schutz der Wälder vor Abholzung (REDD+ Projekte).

Grundlage aller Klimaschutzprojekte sind internationale Standards. Diese Standards legen Regeln und Anforderungen fest, die alle Klimaschutzprojekte erfüllen müssen, um die Reduktion von CO2-Emissionen nachzuweisen und selbige anerkannt zu bekommen.

Klimaschutzprojekte reduzieren oder vermeiden nachweislich Treibhausgasemissionen. Das gelingt mit verschiedenen Technologien: Sie reichen von naturbasierten Lösungen über Social-Impact-Projekte bis hin zu erneuerbaren Energien.

Klimaschutzprojekte durchlaufen eine Validierung und Überprüfung durch Dritte. Die Verifizierung erfolgt regelmäßig nach jeder Monitoringperiode. Eine Validierungs- und Verifizierungsstelle beurteilt, ob die im Monitoring-Bericht angegebenen Werte und Projektaktivitäten korrekt sind und verifiziert diese. Wie auch bei der Validierung sind Besuche im Projektgebiet oft Teil der Verifizierung.

Vier Qualitätskriterien für Klimaschutzprojekte

01. ZusätzlichkeitEin Projekt muss zu geringeren CO2-Emissionen führen, als es ohne Projekt der Fall wäre. Zusätzlichkeit heißt auch: Ein Projekt benötigt die zusätzliche Finanzierung aus dem Verkauf von Emissionsreduktionen. Andernfalls wäre das Projekt finanziell nicht tragbar und das Risiko der Vorab-Investition für Projektentwickler zu hoch.
02. Ausschluss von DoppelzählungenDie CO2-Einsparung darf nur einmal gewertet und nicht an einer anderen Stelle nochmal angerechnet werden. Daher wird eine verifizierte Emissionsreduktion stillgelegt, wenn sie angerechnet wurde. Dieser Vorgang wird in den offiziellen Registern gespeichert.
03. DauerhaftigkeitMit dem Kriterium der Dauerhaftigkeit wird sichergestellt, dass CO2-Reduktionen nicht einmalig, sondern über einen längeren Zeitraum erfolgen, um einen langfristigen Nutzen für das Klima sicherzustellen. Die Mindestdauer eines Projekts ist von der zugrunde liegenden Projekttechnologie abhängig.
04. Regelmäßige Überprüfung durch unabhängige DritteKlimaschutzprojekte müssen durch unabhängige Auditoren, wie zum Beispiel den TÜV Nord, regelmäßig überprüft werden. Diese Auditoren überwachen die Einhaltung der jeweiligen Standards und stellen rückwirkend die tatsächlich eingesparte CO2-Menge fest.

Lebenszyklus eines Klimaschutzprojekts

Ein Klimaschutzprojekt hat einen definierten Lebenszyklus und durchläuft verschiedene Stationen von der Machbarkeitsprüfung bis hin zur Stilllegung der verifizierten Emissionsreduktionen.
Projektplanungsphase

Der bzw. die Projektentwickler:in überprüft die generelle Machbarkeit des Projekts, das Projekt-Design und die Finanzierung. Anschließend wird das sogenannte Project Design Document (PDD) erstellt, das alle grundsätzlichen Informationen zum Projekt, beispielsweise das Projektziel, den Standort, wann das Projekt implementiert werden soll und die Projektlaufzeit enthält.

Validierung

Im nächsten Schritt überprüfen unabhängige Auditoren das PDD und die darin enthaltenen Informationen. Dazu gehören oft auch Projektbesuche mit Interviews und Analysen vor Ort. Auditoren sind akkreditierte, neutrale Prüfer, die vom Register als Validierungs- und Verifizierungsstelle zugelassen sein müssen. TÜV Nord/Süd, S&A Carbon LLC., und SCS Global Services sind Beispiele für VVBs.

Registrierung

Nach der erfolgreichen Validierung kann das Projekt beim Standard, wie dem Verified Carbon Standard oder dem Gold Standard, registriert werden. Alle qualitativ hochwertigen Klimaschutzprojekte beruhen auf internationalen Standards. Sie bilden den Rahmen für das Projekt-Design, den Projektaufbau, die Berechnung der Emissionen und das Monitoring. Anerkannte Standards machen Markt und die Projekte selbst widerstandsfähig, nachvollziehbar und glaubwürdig.

Monitoring

Nachdem das Projekt registriert wurde, beginnt die erste Monitoring-Phase. Hier überwachen und dokumentieren die Projektentwickler die Daten der Projektaktivitäten und des Projektfortschritts. Die Dauer der Monitoring-Phase ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich, sie kann zwei Jahre umfassen, aber auch eine Dokumentation über fünf oder sieben Jahre sind möglich.

Verifizierung

Nach Abschluss jeder Monitoring-Phase überprüft und beurteilt eine Validierungs- und Verifizierungsstelle, ob die im Monitoring-Bericht angegebenen Werte und Projektaktivitäten korrekt sind. Wie auch bei der Validierung sind Besuche im Projektgebiet oft Teil der Verifizierung.

Ausgabe von verifizierte Emissionsreduktionen

Die in der Verifizierung überprüften Emissionsreduktionen können nach der erfolgreichen Verifizierung ex-post als verifizierte Emissionsreduktionen ausgegeben werden. Die Schritte Monitoring, Verifizierung und Ausgabe von verifizierten Emissionsreduktionen wiederholen sich in periodischen Abständen und sind als Kreislauf zu betrachten.

Stilllegung der verifizierten Emissionsreduktionen

Wenn eine verifizierte Emissionsreduktion verwendet wird, muss sie stillgelegt werden. Dieser Vorgang wird ebenfalls in Registern gespeichert. Findet die Finanzierung eines Klimaschutzprojektes über ClimatePartner statt, sammelt ClimatePartner die verifizierten Emissionsreduktionen in einem durch den TÜV Austria geprüften System und legt sie regelmäßig still. So wird sichergestellt, dass jede verifizierte Emissionsreduktion nur einmal verwendet wird. Ein Verkauf danach ist nicht mehr möglich und eine Doppelzählung ist damit ausgeschlossen.

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