Reisproduktion mit nachhaltiger Nutzung der natürlichen Ressourcen
Die Reisbewässerung verbraucht schätzungsweise 24-30 % der weltweit zugänglichen Süßwasserressourcen. Die Hälfte der Weltbevölkerung betrachtet Reis als Grundnahrungsmittel. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach Reis über die Jahre steigen wird. Indien verfügt über die größte Reisanbaufläche der Welt und leidet unter einer Wasserkrise.
Das Projekt setzt auf das Alternate Wetting and Drying (AWD), eine innovative Methode des Reisanbaus, bei der eine kontrollierte oder intermittierende Bewässerung der Reispflanzen angewendet wird. In diesem Projekt stellen rund 70.000 Bauern die Anbaupraktiken von der kontinuierlichen Überflutung der Reisfelder auf nachhaltigere Praktiken um. Dies führt zu einer Reduzierung der Treibhausgasemissionen während der Reisanbausaison um bis zu 50 % im Vergleich zu konventionellen Praktiken. Neben der Verbesserung des Wasser- und Umweltmanagements fördert das Projekt auch die Bildung von Bauerngruppen.

Landwirtschaftliche Aktivitäten tragen mit 10 bis 14 Prozent zu den globalen anthropogenen Treibhausgasemissionen bei. Die Verbesserung der technischen Fähigkeiten und die Anwendung effizienterer Technologien für landwirtschaftliche Aktivitäten helfen, CO2-intensive landwirtschaftliche Praktiken zu reduzieren. Die Projekte fördern die Entwicklung und Anwendung neuer landwirtschaftlicher Praktiken, wie die Reduzierung des Einsatzes von Düngemitteln, die Verbesserung des Wassermanagements und der Bewässerung, die Abfallentsorgung, den Anbau und die Ernte.
Neben der Einsparung von Treibhausgasemissionen erhöhen diese Techniken die landwirtschaftliche Produktivität, was zu einem höheren Lebensstandard der lokalen Landwirtinnen und Landwirte führt. Die Landwirtschaft-Projekte im ClimatePartner-Portfolio sind bei internationalen Standards registriert.
Vier Qualitätskriterien für Klimaschutzprojekte
Lebenszyklus eines Klimaschutzprojekts
Ein Klimaschutzprojekt hat einen definierten Lebenszyklus und durchläuft verschiedene Stationen von der Machbarkeitsprüfung bis hin zur Stilllegung der verifizierten Emissionsreduktionen.Der bzw. die Projektentwickler:in überprüft die generelle Machbarkeit des Projekts, das Projekt-Design und die Finanzierung. Anschließend wird das sogenannte Project Design Document (PDD) erstellt, das alle grundsätzlichen Informationen zum Projekt, beispielsweise das Projektziel, den Standort, wann das Projekt implementiert werden soll und die Projektlaufzeit enthält.
Im nächsten Schritt überprüfen unabhängige Auditoren das PDD und die darin enthaltenen Informationen. Dazu gehören oft auch Projektbesuche mit Interviews und Analysen vor Ort. Auditoren sind akkreditierte, neutrale Prüfer, die vom Register als Validierungs- und Verifizierungsstelle zugelassen sein müssen. TÜV Nord/Süd, S&A Carbon LLC., und SCS Global Services sind Beispiele für VVBs.
Nach der erfolgreichen Validierung kann das Projekt beim Standard, wie dem Verified Carbon Standard oder dem Gold Standard, registriert werden. Alle qualitativ hochwertigen Klimaschutzprojekte beruhen auf internationalen Standards. Sie bilden den Rahmen für das Projekt-Design, den Projektaufbau, die Berechnung der Emissionen und das Monitoring. Anerkannte Standards machen Markt und die Projekte selbst widerstandsfähig, nachvollziehbar und glaubwürdig.
Nachdem das Projekt registriert wurde, beginnt die erste Monitoring-Phase. Hier überwachen und dokumentieren die Projektentwickler die Daten der Projektaktivitäten und des Projektfortschritts. Die Dauer der Monitoring-Phase ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich, sie kann zwei Jahre umfassen, aber auch eine Dokumentation über fünf oder sieben Jahre sind möglich.
Nach Abschluss jeder Monitoring-Phase überprüft und beurteilt eine Validierungs- und Verifizierungsstelle, ob die im Monitoring-Bericht angegebenen Werte und Projektaktivitäten korrekt sind. Wie auch bei der Validierung sind Besuche im Projektgebiet oft Teil der Verifizierung.
Die in der Verifizierung überprüften Emissionsreduktionen können nach der erfolgreichen Verifizierung ex-post als verifizierte Emissionsreduktionen ausgegeben werden. Die Schritte Monitoring, Verifizierung und Ausgabe von verifizierten Emissionsreduktionen wiederholen sich in periodischen Abständen und sind als Kreislauf zu betrachten.
Wenn eine verifizierte Emissionsreduktion verwendet wird, muss sie stillgelegt werden. Dieser Vorgang wird ebenfalls in Registern gespeichert. Findet die Finanzierung eines Klimaschutzprojektes über ClimatePartner statt, sammelt ClimatePartner die verifizierten Emissionsreduktionen in einem durch den TÜV Austria geprüften System und legt sie regelmäßig still. So wird sichergestellt, dass jede verifizierte Emissionsreduktion nur einmal verwendet wird. Ein Verkauf danach ist nicht mehr möglich und eine Doppelzählung ist damit ausgeschlossen.
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