Nachhaltiger Reisanbau durch intermittierende Bewässerung
Reis ist in China nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern wurde auch als Baumaterial für die Chinesische Mauer genutzt. Beim traditionellen Anbau werden die Felder geflutet und trocknen erst zur Ernte aus. Dies führt zu hohen Methanemissionen, die durch anaerobe Zersetzung des Bodens unter Wasser entstehen. Ziel des Projekts ist, diese Methode durch intermittierende Bewässerung von etwa 14.333 ha Reisfeldern in der Provinz Anhui (Ostchina) zu ersetzen.
Dabei werden die Felder schon während des Anbaus für einige Tage ausgetrocknet, was zu einer geringeren Methanproduktion führt, Wasser spart und die Erträge erhöht. Methan ist ein starkes Treibhausgas und noch schädlicher als CO2 – die Einsparung ist also von großer Bedeutung für die Umwelt. Im Rahmen des Projekts werden die erforderlichen Zementgräben, Kanäle, Pumpen und Reservoirs gebaut und die Landwirtinnen und Landwirte der 4.095 teilnehmenden Haushalte geschult.

Landwirtschaftliche Aktivitäten tragen mit 10 bis 14 Prozent zu den globalen anthropogenen Treibhausgasemissionen bei. Die Verbesserung der technischen Fähigkeiten und die Anwendung effizienterer Technologien für landwirtschaftliche Aktivitäten helfen, CO2-intensive landwirtschaftliche Praktiken zu reduzieren. Die Projekte fördern die Entwicklung und Anwendung neuer landwirtschaftlicher Praktiken, wie die Reduzierung des Einsatzes von Düngemitteln, die Verbesserung des Wassermanagements und der Bewässerung, die Abfallentsorgung, den Anbau und die Ernte.
Neben der Einsparung von Treibhausgasemissionen erhöhen diese Techniken die landwirtschaftliche Produktivität, was zu einem höheren Lebensstandard der lokalen Landwirtinnen und Landwirte führt. Die Landwirtschaft-Projekte im ClimatePartner-Portfolio sind bei internationalen Standards registriert.
Vier Qualitätskriterien für Klimaschutzprojekte
Lebenszyklus eines Klimaschutzprojekts
Ein Klimaschutzprojekt hat einen definierten Lebenszyklus und durchläuft verschiedene Stationen von der Machbarkeitsprüfung bis hin zur Stilllegung der verifizierten Emissionsreduktionen.Der bzw. die Projektentwickler:in überprüft die generelle Machbarkeit des Projekts, das Projekt-Design und die Finanzierung. Anschließend wird das sogenannte Project Design Document (PDD) erstellt, das alle grundsätzlichen Informationen zum Projekt, beispielsweise das Projektziel, den Standort, wann das Projekt implementiert werden soll und die Projektlaufzeit enthält.
Im nächsten Schritt überprüfen unabhängige Auditoren das PDD und die darin enthaltenen Informationen. Dazu gehören oft auch Projektbesuche mit Interviews und Analysen vor Ort. Auditoren sind akkreditierte, neutrale Prüfer, die vom Register als Validierungs- und Verifizierungsstelle zugelassen sein müssen. TÜV Nord/Süd, S&A Carbon LLC., und SCS Global Services sind Beispiele für VVBs.
Nach der erfolgreichen Validierung kann das Projekt beim Standard, wie dem Verified Carbon Standard oder dem Gold Standard, registriert werden. Alle qualitativ hochwertigen Klimaschutzprojekte beruhen auf internationalen Standards. Sie bilden den Rahmen für das Projekt-Design, den Projektaufbau, die Berechnung der Emissionen und das Monitoring. Anerkannte Standards machen Markt und die Projekte selbst widerstandsfähig, nachvollziehbar und glaubwürdig.
Nachdem das Projekt registriert wurde, beginnt die erste Monitoring-Phase. Hier überwachen und dokumentieren die Projektentwickler die Daten der Projektaktivitäten und des Projektfortschritts. Die Dauer der Monitoring-Phase ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich, sie kann zwei Jahre umfassen, aber auch eine Dokumentation über fünf oder sieben Jahre sind möglich.
Nach Abschluss jeder Monitoring-Phase überprüft und beurteilt eine Validierungs- und Verifizierungsstelle, ob die im Monitoring-Bericht angegebenen Werte und Projektaktivitäten korrekt sind. Wie auch bei der Validierung sind Besuche im Projektgebiet oft Teil der Verifizierung.
Die in der Verifizierung überprüften Emissionsreduktionen können nach der erfolgreichen Verifizierung ex-post als verifizierte Emissionsreduktionen ausgegeben werden. Die Schritte Monitoring, Verifizierung und Ausgabe von verifizierten Emissionsreduktionen wiederholen sich in periodischen Abständen und sind als Kreislauf zu betrachten.
Wenn eine verifizierte Emissionsreduktion verwendet wird, muss sie stillgelegt werden. Dieser Vorgang wird ebenfalls in Registern gespeichert. Findet die Finanzierung eines Klimaschutzprojektes über ClimatePartner statt, sammelt ClimatePartner die verifizierten Emissionsreduktionen in einem durch den TÜV Austria geprüften System und legt sie regelmäßig still. So wird sichergestellt, dass jede verifizierte Emissionsreduktion nur einmal verwendet wird. Ein Verkauf danach ist nicht mehr möglich und eine Doppelzählung ist damit ausgeschlossen.
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