Treibhausgase aus Gülle vermeiden – Biogasnutzung in China
Wenn Gülle verrottet – insbesondere unter sauerstoffarmen Bedingungen, etwa in Misthaufen oder offenen Güllebecken – entstehen Treibhausgase wie Methan. Das Problem: Methan besitzt ein deutlich höheres Treibhauspotenzial als Kohlendioxid und trägt erheblich zur globalen Erwärmung bei.
Dieses Projekt in der chinesischen Provinz Shandong setzt genau hier an: Es reduziert die Treibhausgasemissionen, indem es die entstehenden Gase aus Schweinegülle kontrolliert auffängt und sinnvoll nutzt.
Hierfür kommen geschlossene, anaerobe Fermenter zum Einsatz, in denen das entstehende Biogas sicher gesammelt wird. In den kälteren Monaten (Oktober bis April) wird das Gas zur Beheizung von Anlagen verwendet, während es in den wärmeren Monaten kontrolliert verbrannt wird, um die unkontrollierte Freisetzung von Methan zu verhindern. Der verbleibende Gärrest wird anschließend zu organischem Dünger weiterverarbeitet – so wird jeder Teil des Nebenprodukts effizient verwertet.
Vor Projektbeginn wurde die Gülle in offenen Becken gelagert, wodurch große Mengen Methan direkt in die Atmosphäre gelangten. Heute wird das Treibhausgas entweder energetisch genutzt oder umweltgerecht zerstört, wodurch jährlich rund 11.790 Tonnen CO₂ eingespart werden können.
Neben den positiven Klimawirkungen hat das Projekt weitere Vorteile: Es schafft Arbeitsplätze vor Ort, verbessert die Wasserqualität und trägt zur Bodenfruchtbarkeit bei – ein ganzheitlicher Beitrag zu Umweltschutz und regionaler Entwicklung.



In Biogasanlagen vergärt Biomasse in luftdicht abgeschlossenen Faulbehältern zu Biogas. Biomasse kann aus organischen Abfällen, aus Hinterlassenschaften von Kühen oder anderen Tieren bestehen. In Ländern wie Indien oder Vietnam verwenden Familien das Gas aus Kleinbiogasanlagen zum Kochen. Dadurch werden CO2-Emissionen reduziert, die beim Kochen mit Holz oder Holzkohle entstehen würden. Biogasanlagen verhindern zudem, dass Methan in die Atmosphäre gelangt – wie etwa bei der Lagerung von organischen Abfälle in einer offenen Grube. Stattdessen wird das Gas aus dem geschlossenen Behälter direkt zu speziellen Kochern geleitet und bietet so eine unabhängige und erneuerbare Energiequelle.
Vier Qualitätskriterien für Klimaschutzprojekte
Lebenszyklus eines Klimaschutzprojekts
Ein Klimaschutzprojekt hat einen definierten Lebenszyklus und durchläuft verschiedene Stationen von der Machbarkeitsprüfung bis hin zur Stilllegung der verifizierten Emissionsreduktionen.Der bzw. die Projektentwickler:in überprüft die generelle Machbarkeit des Projekts, das Projekt-Design und die Finanzierung. Anschließend wird das sogenannte Project Design Document (PDD) erstellt, das alle grundsätzlichen Informationen zum Projekt, beispielsweise das Projektziel, den Standort, wann das Projekt implementiert werden soll und die Projektlaufzeit enthält.
Im nächsten Schritt überprüfen unabhängige Auditoren das PDD und die darin enthaltenen Informationen. Dazu gehören oft auch Projektbesuche mit Interviews und Analysen vor Ort. Auditoren sind akkreditierte, neutrale Prüfer, die vom Register als Validierungs- und Verifizierungsstelle zugelassen sein müssen. TÜV Nord/Süd, S&A Carbon LLC., und SCS Global Services sind Beispiele für VVBs.
Nach der erfolgreichen Validierung kann das Projekt beim Standard, wie dem Verified Carbon Standard oder dem Gold Standard, registriert werden. Alle qualitativ hochwertigen Klimaschutzprojekte beruhen auf internationalen Standards. Sie bilden den Rahmen für das Projekt-Design, den Projektaufbau, die Berechnung der Emissionen und das Monitoring. Anerkannte Standards machen Markt und die Projekte selbst widerstandsfähig, nachvollziehbar und glaubwürdig.
Nachdem das Projekt registriert wurde, beginnt die erste Monitoring-Phase. Hier überwachen und dokumentieren die Projektentwickler die Daten der Projektaktivitäten und des Projektfortschritts. Die Dauer der Monitoring-Phase ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich, sie kann zwei Jahre umfassen, aber auch eine Dokumentation über fünf oder sieben Jahre sind möglich.
Nach Abschluss jeder Monitoring-Phase überprüft und beurteilt eine Validierungs- und Verifizierungsstelle, ob die im Monitoring-Bericht angegebenen Werte und Projektaktivitäten korrekt sind. Wie auch bei der Validierung sind Besuche im Projektgebiet oft Teil der Verifizierung.
Die in der Verifizierung überprüften Emissionsreduktionen können nach der erfolgreichen Verifizierung ex-post als verifizierte Emissionsreduktionen ausgegeben werden. Die Schritte Monitoring, Verifizierung und Ausgabe von verifizierten Emissionsreduktionen wiederholen sich in periodischen Abständen und sind als Kreislauf zu betrachten.
Wenn eine verifizierte Emissionsreduktion verwendet wird, muss sie stillgelegt werden. Dieser Vorgang wird ebenfalls in Registern gespeichert. Findet die Finanzierung eines Klimaschutzprojektes über ClimatePartner statt, sammelt ClimatePartner die verifizierten Emissionsreduktionen in einem durch den TÜV Austria geprüften System und legt sie regelmäßig still. So wird sichergestellt, dass jede verifizierte Emissionsreduktion nur einmal verwendet wird. Ein Verkauf danach ist nicht mehr möglich und eine Doppelzählung ist damit ausgeschlossen.
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