Wiederhergestellte Graslandschaften in der Inneren Mongolei: Gewinn für Klima und Menschen vor Ort
In der Inneren Mongolei erstrecken sich einige der weitläufigsten Graslandschaften der Welt. Diese sind nicht nur bedeutende Kohlenstoffspeicher, sondern bieten auch Lebensräume für Tiere und Pflanzen und sichern der lokalen Bevölkerung ihre Existenzgrundlage. In den vergangenen Jahrzehnten jedoch haben diese Ökosysteme durch die Auswirkungen von Klimawandel, Überweidung und nicht nachhaltiger Landnutzung erhebliche Degradierung und Wüstenbildung erfahren. Ohne Gegenmaßnahmen bedrohen Bodenerosion, Vegetationsverlust und sinkende Produktivität sowohl die Menschen als auch die Natur in der Region.
Das Klimaschutzprojekt stellt über 123.000 Hektar Grasland wieder her, indem es die Weiderotation verbessert und Ruhezeiten fördert. Auf den Flächen werden einheimische Gräser gesät und nachhaltige Landnutzungspraktiken langfristig etabliert. Dadurch wächst die Pflanzendecke dichter, die Böden erholen sich und die Graslandschaften binden langfristig mehr Kohlenstoff.
Neben seinen Klimavorteilen schafft das Projekt neue Lebensräume für Wildtiere, stärkt die Biodiversität und bietet den lokalen Gemeinschaften Arbeitsplätze, Schulungen und nachhaltige Einkommensquellen. Es verbindet damit Klimaschutz, Renaturierung und die Förderung der lokalen Gemeinschaft.

Wie trägt die Wiederherstellung von Gras- und Weideland zum Biodiversitäts- und Klimaschutz bei?
Grasland ist ein weitläufiges Ökosystem, das Lebensräume für Bestäuber, Vögel sowie Nutz- und Wildtiere bietet und zugleich die Lebensgrundlagen ländlicher Gemeinschaften sichert. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen speichert Grasland schätzungsweise 34 % des globalen terrestrischen Kohlenstoffs – davon 89 % im Boden. Zudem reguliert es den Wasserhaushalt und schützt vor Erosion. Damit ist Grasland sowohl für Menschen als auch für die Natur unverzichtbar. Darüber hinaus beherbergt es eine reiche Biodiversität – vielfältige Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen – mit hohem ökologischem, wirtschaftlichem, kulturellem, wissenschaftlichem und gesellschaftlichem Wert.
Doch Grasland steht zunehmend unter Druck: durch den Klimawandel, Überweidung, landwirtschaftliche Expansion, invasive Arten und nicht nachhaltige Landnutzung. Die Folgen sind Bodendegradation, Verlust der Biodiversität und ein Rückgang der Ökosystemleistungen.
Die Wiederherstellung von Grasland zielt darauf ab, diesen Trend umzukehren. Dazu werden die Bodenqualität verbessert, einheimische Vegetation wiederangesiedelt, nachhaltige Weidepraktiken gefördert und Kohlenstoff gespeichert. Zudem wird die Biodiversität gefördert und der Wasserhaushalt reguliert. Zu den Maßnahmen zählen das Ansäen einheimischer Gräser und Kräuter, ein angepasstes Weidemanagement mit Rotationsweide, die Wiederherstellung natürlicher Feuerzyklen sowie die Bekämpfung invasiver Arten. All diese Schritte stärken die Biodiversität und verbessern zugleich die Kohlenstoffspeicherung, die Wasserrückhaltung und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaextremen.
Die Vorteile reichen über die Ökologie hinaus. Gesunde Grasländer sichern eine nachhaltige Viehwirtschaft, bewahren Ökosystemleistungen und eröffnen lokalen Gemeinschaften langfristige wirtschaftliche Chancen.
Die Wiederherstellung von Grasland ist daher ein wirkungsvolles Instrument, um den Klimawandel zu bekämpfen, die Biodiversität zu erhalten und widerstandsfähige ländliche Wirtschaftssysteme zu fördern.
Die Klimaschutzprojekte im ClimatePartner-Portfolio sind bei internationalen Standards registriert.
Vier Qualitätskriterien für Klimaschutzprojekte
Lebenszyklus eines Klimaschutzprojekts
Ein Klimaschutzprojekt hat einen definierten Lebenszyklus und durchläuft verschiedene Stationen von der Machbarkeitsprüfung bis hin zur Stilllegung der verifizierten Emissionsreduktionen.Der bzw. die Projektentwickler:in überprüft die generelle Machbarkeit des Projekts, das Projekt-Design und die Finanzierung. Anschließend wird das sogenannte Project Design Document (PDD) erstellt, das alle grundsätzlichen Informationen zum Projekt, beispielsweise das Projektziel, den Standort, wann das Projekt implementiert werden soll und die Projektlaufzeit enthält.
Im nächsten Schritt überprüfen unabhängige Auditoren das PDD und die darin enthaltenen Informationen. Dazu gehören oft auch Projektbesuche mit Interviews und Analysen vor Ort. Auditoren sind akkreditierte, neutrale Prüfer, die vom Register als Validierungs- und Verifizierungsstelle zugelassen sein müssen. TÜV Nord/Süd, S&A Carbon LLC., und SCS Global Services sind Beispiele für VVBs.
Nach der erfolgreichen Validierung kann das Projekt beim Standard, wie dem Verified Carbon Standard oder dem Gold Standard, registriert werden. Alle qualitativ hochwertigen Klimaschutzprojekte beruhen auf internationalen Standards. Sie bilden den Rahmen für das Projekt-Design, den Projektaufbau, die Berechnung der Emissionen und das Monitoring. Anerkannte Standards machen Markt und die Projekte selbst widerstandsfähig, nachvollziehbar und glaubwürdig.
Nachdem das Projekt registriert wurde, beginnt die erste Monitoring-Phase. Hier überwachen und dokumentieren die Projektentwickler die Daten der Projektaktivitäten und des Projektfortschritts. Die Dauer der Monitoring-Phase ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich, sie kann zwei Jahre umfassen, aber auch eine Dokumentation über fünf oder sieben Jahre sind möglich.
Nach Abschluss jeder Monitoring-Phase überprüft und beurteilt eine Validierungs- und Verifizierungsstelle, ob die im Monitoring-Bericht angegebenen Werte und Projektaktivitäten korrekt sind. Wie auch bei der Validierung sind Besuche im Projektgebiet oft Teil der Verifizierung.
Die in der Verifizierung überprüften Emissionsreduktionen können nach der erfolgreichen Verifizierung ex-post als verifizierte Emissionsreduktionen ausgegeben werden. Die Schritte Monitoring, Verifizierung und Ausgabe von verifizierten Emissionsreduktionen wiederholen sich in periodischen Abständen und sind als Kreislauf zu betrachten.
Wenn eine verifizierte Emissionsreduktion verwendet wird, muss sie stillgelegt werden. Dieser Vorgang wird ebenfalls in Registern gespeichert. Findet die Finanzierung eines Klimaschutzprojektes über ClimatePartner statt, sammelt ClimatePartner die verifizierten Emissionsreduktionen in einem durch den TÜV Austria geprüften System und legt sie regelmäßig still. So wird sichergestellt, dass jede verifizierte Emissionsreduktion nur einmal verwendet wird. Ein Verkauf danach ist nicht mehr möglich und eine Doppelzählung ist damit ausgeschlossen.
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