ClimatePartner logo

Pflanzenkohle stärkt Böden in Assam und Odisha


India, Assam & Odisha
ClimatePartner ID: 1737
PflanzenkohleEinblicke ins Projekt

In vielen ländlichen Regionen Indiens fallen große Mengen Ernterückstände wie Reisstroh, Baumwoll- und Senfstängel oder Maisreste an. Da es an bezahlbaren Alternativen mangelt, werden die Ernterückstände offen verbrannt oder sie verrotten unkontrolliert. Beides setzt erhebliche Mengen klimaschädlicher Gase frei und verschlechtert die Bodenqualität.

Gemeinsam mit rund 2.000 Kleinbäuerinnen und -bauern in Assam und Odisha werden diese Erntereste daher mittels Kon-Tiki-Pyrolyse in Pflanzenkohle umgewandelt. Während der Pyrolyse wird der Kohlenstoff der Biomasse in stabile Kohlenstoffstrukturen überführt, die als Pflanzenkohle über Jahrhunderte bis Jahrtausende im Boden gespeichert bleiben. Die Landwirt:innen mischen die Pflanzenkohle anschließend mit Kompost oder Stallmist und bringen sie auf ihren eigenen Feldern aus. So entstehen dauerhafte Kohlenstoffsenken.

Pflanzenkohle bietet neben Kohlenstoffspeicherung viele weitere Vorteile: Sie verbessert die Wasserhaltefähigkeit der Böden, erhöht die Nährstoffverfügbarkeit und stabilisiert den pH-Wert. Dadurch steigert das Projekt die Bodenfruchtbarkeit, unterstützt langfristig stabilere Erträge und stärkt so die Lebensmittelsicherheit.

Gleichzeitig schafft das Projekt neue wirtschaftliche Perspektiven: Bäuerinnen und Bauern werden intensiv geschult, erhalten Zugang zu einem digitalen Monitoring-System (dMRV) und werden für jede produzierte und tatsächlich ausgebrachte Charge Pflanzenkohle fair vergütet. Supervisor:innen stehen den Kleinbauern und -bäuerinnen beratend zur Seite und überwachen das Projekt.

50.000 t CO₂Voraussichtliche jährliche Emissionsreduktionen
Projektstandard
Das Projekt trägt zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen bei
„Gemeinsam mit Gemeinden im globalen Süden entwickelt Carboneers hochwertige Klimaschutzprojekte mit Fokus auf die Produktion von Pflanzenkohle. Dadurch entsteht ein stabiler Kohlenstoffspeicher, der CO₂ langfristig bindet. Unser Ziel: Bis 2027 wollen wir eine Million Tonnen CO₂ aus der Atmosphäre entfernen – unter Einhaltung höchster Standards und sozial gerecht.“
Mart de BruijnDirector, Carboneers.
Wie Pflanzenkohle zum Klimaschutz beiträgt

Verkohlte Biomasse – Pflanzenkohle – hat viele Vorteile, die sie für Klimaschutzmaßnahmen wertvoll machen. Sie ist nicht nur ein dauerhafter Kohlenstoffspeicher, sondern kann auch für diverse Anwendungen wie zur Wasserfilterung, in der Medizin und als nachhaltiges Baumaterial verwendet werden. Sie verbessert u. a. die Wasser- und Nährstoffspeicherkapazität des Bodens, was zu gesünderen Pflanzen und höheren Erträgen für die Landwirte führt. Pflanzenkohle neutralisiert saure Böden, auf denen Pflanzen sonst schlecht wachsen würden. Die Struktur von Pflanzenkohle verhindert auch, dass Düngemittel ins Grundwasser gelangen. Und da sie die Fruchtbarkeit geschädigter Böden wiederherstellen kann, verringert sie langfristig den Bedarf an Düngemitteln und ermöglicht eine umweltfreundliche Landwirtschaft. Pflanzenkohle wird durch Erhitzen von Biomasse unter Ausschluss von Sauerstoff hergestellt. Das verbleibende Material ist eine fast reine Kohlenstoffstruktur, die Pflanzenkohle. Pflanzenkohle kann aus jedem organischen Material hergestellt werden, z. B. aus Feldabfällen, was sie zu einem wirksamen Mittel der nachhaltigen Abfallwirtschaft macht. Die Pflanzenkohle-Projekte im ClimatePartner-Portfolio sind bei internationalen Standards registriert.

Das Projekt hat zum Ziel, einen Beitrag zu diesen Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) zu leisten.

Projektfakten

Klimaschutzprojekte lassen sich in drei Gruppen einteilen: CO2-Reduktion, CO2-Bindung und CO2-Vermeidung. Projekte zur CO2-Reduktion verringern die Menge an Treibhausgasemissionen, die durch eine bestimmte Aktivität entstehen. Ein Beispiel hierfür sind effiziente Kochöfen-Projekte. Projekte zur CO2-Bindung entfernen Emissionen aus der Atmosphäre, indem sie diese in Kohlenstoffsenken binden. Ein Beispiel hierfür sind Aufforstungsprojekte. Projekte zur CO2-Vermeidung verhindern, dass Treibhausgasemissionen in die Atmosphäre gelangen, zum Beispiel durch den Schutz der Wälder vor Abholzung (REDD+ Projekte).

Klimaschutzprojekte reduzieren oder vermeiden nachweislich Treibhausgasemissionen. Das gelingt mit verschiedenen Technologien: Sie reichen von naturbasierten Lösungen über Social-Impact-Projekte bis hin zu erneuerbaren Energien.

Klimaschutzprojekte durchlaufen eine Validierung und Überprüfung durch Dritte. Die Verifizierung erfolgt regelmäßig nach jeder Monitoringperiode. Eine Validierungs- und Verifizierungsstelle beurteilt, ob die im Monitoring-Bericht angegebenen Werte und Projektaktivitäten korrekt sind und verifiziert diese. Wie auch bei der Validierung sind Besuche im Projektgebiet oft Teil der Verifizierung.

Diese Zahl zeigt die voraussichtlichen jährlichen Emissionsreduktionen, die vor Projektbeginn berechnet wurden. Die tatsächliche Zahl der eingesparten Emissionen in den einzelnen Monitoringperioden kann davon abweichen. Zum Hintergrund: Um ein Klimaschutzprojekt zu registrieren, muss der Projektbetreiber die Berechnung der voraussichtlichen Emissionsreduktionen nach der Ex-ante-Methode in einem Projektplanungsdokument (PDD) vorlegen, das einem Geschäftsplan ähnelt. Diese Berechnung wird von einem unabhängigen Auditor validiert. Die im PDD ermittelten Werte werden während regelmäßiger Monitoringperioden auf der Grundlage der tatsächlichen Projektentwicklungen neu berechnet, in einem Monitoringbericht dokumentiert und am Ende des Monitoringzeitraums erneut von unabhängigen Prüfern verifiziert. So wird ein solides Verfahren gewährleistet. Die unabhängige Verifizierung bietet somit eine Ex-post-Überprüfung der tatsächlichen Emissionsreduktionen. Die verifizierten Emissionsreduktionen werden erst dann ausgegeben, wenn die Einsparungen tatsächlich erzielt worden sind.

Vier Qualitätskriterien für Klimaschutzprojekte

01. ZusätzlichkeitEin Projekt muss zu geringeren CO2-Emissionen führen, als es ohne Projekt der Fall wäre. Zusätzlichkeit heißt auch: Ein Projekt benötigt die zusätzliche Finanzierung aus dem Verkauf von Emissionsreduktionen. Andernfalls wäre das Projekt finanziell nicht tragbar und das Risiko der Vorab-Investition für Projektentwickler zu hoch.
02. Ausschluss von DoppelzählungenDie CO2-Einsparung darf nur einmal gewertet und nicht an einer anderen Stelle nochmal angerechnet werden. Daher wird eine verifizierte Emissionsreduktion stillgelegt, wenn sie angerechnet wurde. Dieser Vorgang wird in den offiziellen Registern gespeichert.
03. DauerhaftigkeitMit dem Kriterium der Dauerhaftigkeit wird sichergestellt, dass CO2-Reduktionen nicht einmalig, sondern über einen längeren Zeitraum erfolgen, um einen langfristigen Nutzen für das Klima sicherzustellen. Die Mindestdauer eines Projekts ist von der zugrunde liegenden Projekttechnologie abhängig.
04. Regelmäßige Überprüfung durch unabhängige DritteKlimaschutzprojekte müssen durch unabhängige Auditoren, wie zum Beispiel den TÜV Nord, regelmäßig überprüft werden. Diese Auditoren überwachen die Einhaltung der jeweiligen Standards und stellen rückwirkend die tatsächlich eingesparte CO2-Menge fest.

Lebenszyklus eines Klimaschutzprojekts

Ein Klimaschutzprojekt hat einen definierten Lebenszyklus und durchläuft verschiedene Stationen von der Machbarkeitsprüfung bis hin zur Stilllegung der verifizierten Emissionsreduktionen.
Projektplanungsphase

Der bzw. die Projektentwickler:in überprüft die generelle Machbarkeit des Projekts, das Projekt-Design und die Finanzierung. Anschließend wird das sogenannte Project Design Document (PDD) erstellt, das alle grundsätzlichen Informationen zum Projekt, beispielsweise das Projektziel, den Standort, wann das Projekt implementiert werden soll und die Projektlaufzeit enthält.

Validierung

Im nächsten Schritt überprüfen unabhängige Auditoren das PDD und die darin enthaltenen Informationen. Dazu gehören oft auch Projektbesuche mit Interviews und Analysen vor Ort. Auditoren sind akkreditierte, neutrale Prüfer, die vom Register als Validierungs- und Verifizierungsstelle zugelassen sein müssen. TÜV Nord/Süd, S&A Carbon LLC., und SCS Global Services sind Beispiele für VVBs.

Registrierung

Nach der erfolgreichen Validierung kann das Projekt beim Standard, wie dem Verified Carbon Standard oder dem Gold Standard, registriert werden. Alle qualitativ hochwertigen Klimaschutzprojekte beruhen auf internationalen Standards. Sie bilden den Rahmen für das Projekt-Design, den Projektaufbau, die Berechnung der Emissionen und das Monitoring. Anerkannte Standards machen Markt und die Projekte selbst widerstandsfähig, nachvollziehbar und glaubwürdig.

Monitoring

Nachdem das Projekt registriert wurde, beginnt die erste Monitoring-Phase. Hier überwachen und dokumentieren die Projektentwickler die Daten der Projektaktivitäten und des Projektfortschritts. Die Dauer der Monitoring-Phase ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich, sie kann zwei Jahre umfassen, aber auch eine Dokumentation über fünf oder sieben Jahre sind möglich.

Verifizierung

Nach Abschluss jeder Monitoring-Phase überprüft und beurteilt eine Validierungs- und Verifizierungsstelle, ob die im Monitoring-Bericht angegebenen Werte und Projektaktivitäten korrekt sind. Wie auch bei der Validierung sind Besuche im Projektgebiet oft Teil der Verifizierung.

Ausgabe von verifizierte Emissionsreduktionen

Die in der Verifizierung überprüften Emissionsreduktionen können nach der erfolgreichen Verifizierung ex-post als verifizierte Emissionsreduktionen ausgegeben werden. Die Schritte Monitoring, Verifizierung und Ausgabe von verifizierten Emissionsreduktionen wiederholen sich in periodischen Abständen und sind als Kreislauf zu betrachten.

Stilllegung der verifizierten Emissionsreduktionen

Wenn eine verifizierte Emissionsreduktion verwendet wird, muss sie stillgelegt werden. Dieser Vorgang wird ebenfalls in Registern gespeichert. Findet die Finanzierung eines Klimaschutzprojektes über ClimatePartner statt, sammelt ClimatePartner die verifizierten Emissionsreduktionen in einem durch den TÜV Austria geprüften System und legt sie regelmäßig still. So wird sichergestellt, dass jede verifizierte Emissionsreduktion nur einmal verwendet wird. Ein Verkauf danach ist nicht mehr möglich und eine Doppelzählung ist damit ausgeschlossen.

ClimatePartner logo© 2026 ClimatePartner GmbH
Folgen Sie uns
InstagramNewsletterLinkedin