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Regenerative Landwirtschaft für gesunde Böden in Europa


Europa, kontinentweit
ClimatePartner ID: 1740
Regenerative LandwirtschaftEinblicke ins Projekt

Die konventionelle Bewirtschaftung von Ackerflächen ist in Teilen Europas weiterhin von intensiver Bodenbearbeitung, engen Fruchtfolgen und einem hohen Einsatz synthetischer Betriebsmittel geprägt. Das schwächt die Bodenstruktur, verringert die Artenvielfalt, erhöht das Erosionsrisiko und ist teuer.

Der Landwirtschaftssektor verursacht in Europa rund 11 Prozent der Treibhausgasemissionen (EEA, 2022). Gleichzeitig kann die Landwirtschaft Teil der Lösung sein: Denn gesunde Böden speichern große Mengen Kohlenstoff und helfen, die Folgen des Klimawandels abzumildern.

Dieses Projekt unterstützt Landwirte auf regenerative Landwirtschaft umzustellen. Regenerative Praktiken reduzieren Emissionen und erhöhen die CO₂-Speicherung im Boden durch den Aufbau von bodenorganischem Kohlenstoff. Im Rahmen des Projekts bearbeiten Landwirte den Boden weniger intensiv, lassen Erntereste zum Schutz auf dem Feld, bauen Zwischenfrüchte an und nutzen weniger synthetische Dünger. Zusätzlich setzen sie Nitrifikationshemmer ein, um bodenbezogene Emissionen zu reduzieren. Zusammen können diese Praktiken kraftstoff- und einsatzmittelbedingte Emissionen senken und die organische Substanz im Boden erhöhen. Das Projekt reduziert so im Durchschnitt rund 543.360 Tonnen CO₂ pro Jahr. Langfristig stärkt das Projekt die Bodenfunktionen, insbesondere Wasserspeicherung und Widerstandsfähigkeit in Trockenphasen und Extremwetterjahren.

Das Projekt ist gruppiert und umfasst Projektaktivitäten in zehn Ländern. Dazu zählen unter anderem Bulgarien, Estland, Lettland, Moldau, Spanien und die Ukraine. Neben der Klimawirkung zielt das Projekt auf ökologische Zusatznutzen ab, etwa bessere Bodenfruchtbarkeit, mehr Biodiversität und eine höhere langfristige Resilienz landwirtschaftlicher Systeme.

543.369 t CO₂Voraussichtliche jährliche Emissionsreduktionen
VCS
Projektstandard
Das Projekt trägt zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen bei

Wie regenerative Landwirtschaft zum Klimaschutz beiträgt

Ernährung und Landwirtschaft sind für rund ein Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Damit bietet der Landwirtschaftssektor ein großes Potenzial für Emissionseinsparungen und Klimaschutz. Regenerative Anbaumethoden können Emissionen reduzieren, die Bodenqualität verbessern und die Fähigkeit des Bodens stärken, Kohlenstoff zu speichern.

Ein zentraler Ansatz ist die reduzierte Bodenbearbeitung. Der Boden wird seltener oder schonender bearbeitet, etwa durch weniger Pflügen oder Lockern. Das unterstützt eine stabile Bodenstruktur und hilft dem Boden, Kohlenstoff und Wasser besser zu speichern. Ein gesünderes, artenreicheres Bodenleben senkt zudem das Erosionsrisiko. Häufig sind weniger oder leichtere Maschinenüberfahrten nötig, was Kraftstoff spart.

Auch der Einsatz von Zwischenfrüchten kann den bodenorganischen Kohlenstoff und die Bodenfruchtbarkeit verbessern, indem überschüssige Nährstoffe nach der Ernte aufgenommen werden. Zwischenfrüchte erhalten die Bodenfeuchtigkeit, verringern Erosion, reduzieren Verdichtung und senken Nährstoffverluste.

Die Verwendung organischer Düngemittel kann die Nährstoffverfügbarkeit verbessern und den Gehalt an organischer Substanz erhöhen, was gesündere, widerstandsfähigere Pflanzen und robustere Anbausysteme unterstützt. Da Nährstoffe häufig langsamer freigesetzt werden, kann dies bei richtiger Anwendung das Risiko von Oberflächenabfluss, Erosion und Pflanzenstress verringern.

Schließlich werden Ernterückstände nach der Ernte nicht entfernt, sondern gleichmäßig auf der Fläche verteilt, damit eine schützende Bodenbedeckung entsteht. Diese schützt den Boden vor Erosion und extremen Temperaturen und hilft, Feuchtigkeit zu bewahren. Werden Rückstände im Boden belassen, erhöhen sie die organische Substanz und können langfristig zu höheren Bodenkohlenstoffgehalten beitragen.

Die Projekte im ClimatePartner-Portfolio sind bei internationalen Standards registriert.

Das Projekt hat zum Ziel, einen Beitrag zu diesen Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) zu leisten.

Kein Hunger
Maßnahmen zum Klimaschutz
Leben an Land
Das Projekt hat zum Ziel, einen Beitrag zu diesen Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) zu leisten.
Projektfakten

Klimaschutzprojekte lassen sich in drei Gruppen einteilen: CO2-Reduktion, CO2-Bindung und CO2-Vermeidung. Projekte zur CO2-Reduktion verringern die Menge an Treibhausgasemissionen, die durch eine bestimmte Aktivität entstehen. Ein Beispiel hierfür sind effiziente Kochöfen-Projekte. Projekte zur CO2-Bindung entfernen Emissionen aus der Atmosphäre, indem sie diese in Kohlenstoffsenken binden. Ein Beispiel hierfür sind Aufforstungsprojekte. Projekte zur CO2-Vermeidung verhindern, dass Treibhausgasemissionen in die Atmosphäre gelangen, zum Beispiel durch den Schutz der Wälder vor Abholzung (REDD+ Projekte).

Grundlage aller Klimaschutzprojekte sind internationale Standards. Diese Standards legen Regeln und Anforderungen fest, die alle Klimaschutzprojekte erfüllen müssen, um die Reduktion von CO2-Emissionen nachzuweisen und selbige anerkannt zu bekommen.

Klimaschutzprojekte reduzieren oder vermeiden nachweislich Treibhausgasemissionen. Das gelingt mit verschiedenen Technologien: Sie reichen von naturbasierten Lösungen über Social-Impact-Projekte bis hin zu erneuerbaren Energien.

Klimaschutzprojekte durchlaufen eine Validierung und Überprüfung durch Dritte. Die Verifizierung erfolgt regelmäßig nach jeder Monitoringperiode. Eine Validierungs- und Verifizierungsstelle beurteilt, ob die im Monitoring-Bericht angegebenen Werte und Projektaktivitäten korrekt sind und verifiziert diese. Wie auch bei der Validierung sind Besuche im Projektgebiet oft Teil der Verifizierung.

Klimaschutzprojekte durchlaufen eine Validierung und Verifizierung durch unabhängige Dritte. Die Validierung erfolgt zu einem frühen Zeitpunkt im Projektlebenszyklus und stellt sicher, dass der Projektentwurf mit den aktuellen Verfahren und Anforderungen übereinstimmt. Zur Validierung gehören oft auch Projektbesuche mit Interviews und Analysen vor Ort. Auditoren sind akkreditierte, neutrale Prüfer, die vom Register als Validierungs- und Verifizierungsstelle zugelassen sein müssen.

Diese Zahl zeigt die voraussichtlichen jährlichen Emissionsreduktionen, die vor Projektbeginn berechnet wurden. Die tatsächliche Zahl der eingesparten Emissionen in den einzelnen Monitoringperioden kann davon abweichen. Zum Hintergrund: Um ein Klimaschutzprojekt zu registrieren, muss der Projektbetreiber die Berechnung der voraussichtlichen Emissionsreduktionen nach der Ex-ante-Methode in einem Projektplanungsdokument (PDD) vorlegen, das einem Geschäftsplan ähnelt. Diese Berechnung wird von einem unabhängigen Auditor validiert. Die im PDD ermittelten Werte werden während regelmäßiger Monitoringperioden auf der Grundlage der tatsächlichen Projektentwicklungen neu berechnet, in einem Monitoringbericht dokumentiert und am Ende des Monitoringzeitraums erneut von unabhängigen Prüfern verifiziert. So wird ein solides Verfahren gewährleistet. Die unabhängige Verifizierung bietet somit eine Ex-post-Überprüfung der tatsächlichen Emissionsreduktionen. Die verifizierten Emissionsreduktionen werden erst dann ausgegeben, wenn die Einsparungen tatsächlich erzielt worden sind.

Vier Qualitätskriterien für Klimaschutzprojekte

01. ZusätzlichkeitEin Projekt muss zu geringeren CO2-Emissionen führen, als es ohne Projekt der Fall wäre. Zusätzlichkeit heißt auch: Ein Projekt benötigt die zusätzliche Finanzierung aus dem Verkauf von Emissionsreduktionen. Andernfalls wäre das Projekt finanziell nicht tragbar und das Risiko der Vorab-Investition für Projektentwickler zu hoch.
02. Ausschluss von DoppelzählungenDie CO2-Einsparung darf nur einmal gewertet und nicht an einer anderen Stelle nochmal angerechnet werden. Daher wird eine verifizierte Emissionsreduktion stillgelegt, wenn sie angerechnet wurde. Dieser Vorgang wird in den offiziellen Registern gespeichert.
03. DauerhaftigkeitMit dem Kriterium der Dauerhaftigkeit wird sichergestellt, dass CO2-Reduktionen nicht einmalig, sondern über einen längeren Zeitraum erfolgen, um einen langfristigen Nutzen für das Klima sicherzustellen. Die Mindestdauer eines Projekts ist von der zugrunde liegenden Projekttechnologie abhängig.
04. Regelmäßige Überprüfung durch unabhängige DritteKlimaschutzprojekte müssen durch unabhängige Auditoren, wie zum Beispiel den TÜV Nord, regelmäßig überprüft werden. Diese Auditoren überwachen die Einhaltung der jeweiligen Standards und stellen rückwirkend die tatsächlich eingesparte CO2-Menge fest.

Lebenszyklus eines Klimaschutzprojekts

Ein Klimaschutzprojekt hat einen definierten Lebenszyklus und durchläuft verschiedene Stationen von der Machbarkeitsprüfung bis hin zur Stilllegung der verifizierten Emissionsreduktionen.
Projektplanungsphase

Der bzw. die Projektentwickler:in überprüft die generelle Machbarkeit des Projekts, das Projekt-Design und die Finanzierung. Anschließend wird das sogenannte Project Design Document (PDD) erstellt, das alle grundsätzlichen Informationen zum Projekt, beispielsweise das Projektziel, den Standort, wann das Projekt implementiert werden soll und die Projektlaufzeit enthält.

Validierung

Im nächsten Schritt überprüfen unabhängige Auditoren das PDD und die darin enthaltenen Informationen. Dazu gehören oft auch Projektbesuche mit Interviews und Analysen vor Ort. Auditoren sind akkreditierte, neutrale Prüfer, die vom Register als Validierungs- und Verifizierungsstelle zugelassen sein müssen. TÜV Nord/Süd, S&A Carbon LLC., und SCS Global Services sind Beispiele für VVBs.

Registrierung

Nach der erfolgreichen Validierung kann das Projekt beim Standard, wie dem Verified Carbon Standard oder dem Gold Standard, registriert werden. Alle qualitativ hochwertigen Klimaschutzprojekte beruhen auf internationalen Standards. Sie bilden den Rahmen für das Projekt-Design, den Projektaufbau, die Berechnung der Emissionen und das Monitoring. Anerkannte Standards machen Markt und die Projekte selbst widerstandsfähig, nachvollziehbar und glaubwürdig.

Monitoring

Nachdem das Projekt registriert wurde, beginnt die erste Monitoring-Phase. Hier überwachen und dokumentieren die Projektentwickler die Daten der Projektaktivitäten und des Projektfortschritts. Die Dauer der Monitoring-Phase ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich, sie kann zwei Jahre umfassen, aber auch eine Dokumentation über fünf oder sieben Jahre sind möglich.

Verifizierung

Nach Abschluss jeder Monitoring-Phase überprüft und beurteilt eine Validierungs- und Verifizierungsstelle, ob die im Monitoring-Bericht angegebenen Werte und Projektaktivitäten korrekt sind. Wie auch bei der Validierung sind Besuche im Projektgebiet oft Teil der Verifizierung.

Ausgabe von verifizierte Emissionsreduktionen

Die in der Verifizierung überprüften Emissionsreduktionen können nach der erfolgreichen Verifizierung ex-post als verifizierte Emissionsreduktionen ausgegeben werden. Die Schritte Monitoring, Verifizierung und Ausgabe von verifizierten Emissionsreduktionen wiederholen sich in periodischen Abständen und sind als Kreislauf zu betrachten.

Stilllegung der verifizierten Emissionsreduktionen

Wenn eine verifizierte Emissionsreduktion verwendet wird, muss sie stillgelegt werden. Dieser Vorgang wird ebenfalls in Registern gespeichert. Findet die Finanzierung eines Klimaschutzprojektes über ClimatePartner statt, sammelt ClimatePartner die verifizierten Emissionsreduktionen in einem durch den TÜV Austria geprüften System und legt sie regelmäßig still. So wird sichergestellt, dass jede verifizierte Emissionsreduktion nur einmal verwendet wird. Ein Verkauf danach ist nicht mehr möglich und eine Doppelzählung ist damit ausgeschlossen.

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