Regenerative Landwirtschaft für gesunde Böden in Europa
Die konventionelle Bewirtschaftung von Ackerflächen ist in Teilen Europas weiterhin von intensiver Bodenbearbeitung, engen Fruchtfolgen und einem hohen Einsatz synthetischer Betriebsmittel geprägt. Das schwächt die Bodenstruktur, verringert die Artenvielfalt, erhöht das Erosionsrisiko und ist teuer.
Der Landwirtschaftssektor verursacht in Europa rund 11 Prozent der Treibhausgasemissionen (EEA, 2022). Gleichzeitig kann die Landwirtschaft Teil der Lösung sein: Denn gesunde Böden speichern große Mengen Kohlenstoff und helfen, die Folgen des Klimawandels abzumildern.
Dieses Projekt unterstützt Landwirte auf regenerative Landwirtschaft umzustellen. Regenerative Praktiken reduzieren Emissionen und erhöhen die CO₂-Speicherung im Boden durch den Aufbau von bodenorganischem Kohlenstoff. Im Rahmen des Projekts bearbeiten Landwirte den Boden weniger intensiv, lassen Erntereste zum Schutz auf dem Feld, bauen Zwischenfrüchte an und nutzen weniger synthetische Dünger. Zusätzlich setzen sie Nitrifikationshemmer ein, um bodenbezogene Emissionen zu reduzieren. Zusammen können diese Praktiken kraftstoff- und einsatzmittelbedingte Emissionen senken und die organische Substanz im Boden erhöhen. Das Projekt reduziert so im Durchschnitt rund 543.360 Tonnen CO₂ pro Jahr. Langfristig stärkt das Projekt die Bodenfunktionen, insbesondere Wasserspeicherung und Widerstandsfähigkeit in Trockenphasen und Extremwetterjahren.
Das Projekt ist gruppiert und umfasst Projektaktivitäten in zehn Ländern. Dazu zählen unter anderem Bulgarien, Estland, Lettland, Moldau, Spanien und die Ukraine. Neben der Klimawirkung zielt das Projekt auf ökologische Zusatznutzen ab, etwa bessere Bodenfruchtbarkeit, mehr Biodiversität und eine höhere langfristige Resilienz landwirtschaftlicher Systeme.

Wie regenerative Landwirtschaft zum Klimaschutz beiträgt
Ernährung und Landwirtschaft sind für rund ein Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Damit bietet der Landwirtschaftssektor ein großes Potenzial für Emissionseinsparungen und Klimaschutz. Regenerative Anbaumethoden können Emissionen reduzieren, die Bodenqualität verbessern und die Fähigkeit des Bodens stärken, Kohlenstoff zu speichern.
Ein zentraler Ansatz ist die reduzierte Bodenbearbeitung. Der Boden wird seltener oder schonender bearbeitet, etwa durch weniger Pflügen oder Lockern. Das unterstützt eine stabile Bodenstruktur und hilft dem Boden, Kohlenstoff und Wasser besser zu speichern. Ein gesünderes, artenreicheres Bodenleben senkt zudem das Erosionsrisiko. Häufig sind weniger oder leichtere Maschinenüberfahrten nötig, was Kraftstoff spart.
Auch der Einsatz von Zwischenfrüchten kann den bodenorganischen Kohlenstoff und die Bodenfruchtbarkeit verbessern, indem überschüssige Nährstoffe nach der Ernte aufgenommen werden. Zwischenfrüchte erhalten die Bodenfeuchtigkeit, verringern Erosion, reduzieren Verdichtung und senken Nährstoffverluste.
Die Verwendung organischer Düngemittel kann die Nährstoffverfügbarkeit verbessern und den Gehalt an organischer Substanz erhöhen, was gesündere, widerstandsfähigere Pflanzen und robustere Anbausysteme unterstützt. Da Nährstoffe häufig langsamer freigesetzt werden, kann dies bei richtiger Anwendung das Risiko von Oberflächenabfluss, Erosion und Pflanzenstress verringern.
Schließlich werden Ernterückstände nach der Ernte nicht entfernt, sondern gleichmäßig auf der Fläche verteilt, damit eine schützende Bodenbedeckung entsteht. Diese schützt den Boden vor Erosion und extremen Temperaturen und hilft, Feuchtigkeit zu bewahren. Werden Rückstände im Boden belassen, erhöhen sie die organische Substanz und können langfristig zu höheren Bodenkohlenstoffgehalten beitragen.
Die Projekte im ClimatePartner-Portfolio sind bei internationalen Standards registriert.
Vier Qualitätskriterien für Klimaschutzprojekte
Lebenszyklus eines Klimaschutzprojekts
Ein Klimaschutzprojekt hat einen definierten Lebenszyklus und durchläuft verschiedene Stationen von der Machbarkeitsprüfung bis hin zur Stilllegung der verifizierten Emissionsreduktionen.Der bzw. die Projektentwickler:in überprüft die generelle Machbarkeit des Projekts, das Projekt-Design und die Finanzierung. Anschließend wird das sogenannte Project Design Document (PDD) erstellt, das alle grundsätzlichen Informationen zum Projekt, beispielsweise das Projektziel, den Standort, wann das Projekt implementiert werden soll und die Projektlaufzeit enthält.
Im nächsten Schritt überprüfen unabhängige Auditoren das PDD und die darin enthaltenen Informationen. Dazu gehören oft auch Projektbesuche mit Interviews und Analysen vor Ort. Auditoren sind akkreditierte, neutrale Prüfer, die vom Register als Validierungs- und Verifizierungsstelle zugelassen sein müssen. TÜV Nord/Süd, S&A Carbon LLC., und SCS Global Services sind Beispiele für VVBs.
Nach der erfolgreichen Validierung kann das Projekt beim Standard, wie dem Verified Carbon Standard oder dem Gold Standard, registriert werden. Alle qualitativ hochwertigen Klimaschutzprojekte beruhen auf internationalen Standards. Sie bilden den Rahmen für das Projekt-Design, den Projektaufbau, die Berechnung der Emissionen und das Monitoring. Anerkannte Standards machen Markt und die Projekte selbst widerstandsfähig, nachvollziehbar und glaubwürdig.
Nachdem das Projekt registriert wurde, beginnt die erste Monitoring-Phase. Hier überwachen und dokumentieren die Projektentwickler die Daten der Projektaktivitäten und des Projektfortschritts. Die Dauer der Monitoring-Phase ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich, sie kann zwei Jahre umfassen, aber auch eine Dokumentation über fünf oder sieben Jahre sind möglich.
Nach Abschluss jeder Monitoring-Phase überprüft und beurteilt eine Validierungs- und Verifizierungsstelle, ob die im Monitoring-Bericht angegebenen Werte und Projektaktivitäten korrekt sind. Wie auch bei der Validierung sind Besuche im Projektgebiet oft Teil der Verifizierung.
Die in der Verifizierung überprüften Emissionsreduktionen können nach der erfolgreichen Verifizierung ex-post als verifizierte Emissionsreduktionen ausgegeben werden. Die Schritte Monitoring, Verifizierung und Ausgabe von verifizierten Emissionsreduktionen wiederholen sich in periodischen Abständen und sind als Kreislauf zu betrachten.
Wenn eine verifizierte Emissionsreduktion verwendet wird, muss sie stillgelegt werden. Dieser Vorgang wird ebenfalls in Registern gespeichert. Findet die Finanzierung eines Klimaschutzprojektes über ClimatePartner statt, sammelt ClimatePartner die verifizierten Emissionsreduktionen in einem durch den TÜV Austria geprüften System und legt sie regelmäßig still. So wird sichergestellt, dass jede verifizierte Emissionsreduktion nur einmal verwendet wird. Ein Verkauf danach ist nicht mehr möglich und eine Doppelzählung ist damit ausgeschlossen.
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