Großraum Dhaka: Methan-Lecks im Gasnetz reparieren und Emissionen vermeiden
In Bangladesch treffen hohe Energienachfrage, schnelles urbanes Wachstum und begrenzte finanzielle Spielräume auf eine teils jahrzehntealte Infrastruktur. Das Gasverteilnetz im Großraum Dhaka umfasst etwa 12.250 km und wurde seit Mitte der 1960er-Jahre aufgebaut. Das Titas-Gasnetz versorgt zahlreiche Haushalte in und um Dhaka mit Erdgas, das dort häufig zum Kochen genutzt wird. Über viele Jahre wurde das Netz nicht ausreichend instandgehalten, wodurch ein signifikanter Anteil des durchgeleiteten Erdgases – überwiegend Methan (CH₄) –unkontrolliert entweichen kann. Methan ist hochentzündlich und kann in geschlossenen Räumen Sauerstoff verdrängen; zugleich wirkt es als Treibhausgas deutlich stärker als CO₂.
Dieses Klimaschutzprojekt reduziert den Methanausstoß, indem Leckagen im Titas-Netz systematisch identifiziert, quantifiziert und fachgerecht repariert bzw. abgedichtet werden. Dafür kommen Hi-Flow Sampler zum Einsatz, mit denen Leckraten zuverlässig gemessen werden. Mitarbeitende werden geschult und mit modernen Reparaturmaterialien und Werkzeugen ausgestattet, um Lecks dauerhaft zu beheben. Ein kontinuierliches Monitoring mit stellt sicher, dass Reparaturen nachvollziehbar sind und bei Bedarf nachgebessert werden. Das Projekt verbessert so die Energieversorgung von über 500.000 Haushalte im Großraum Dhaka und vermeidet jährlich den Ausstoß von rund 4.378.500 Tonnen Emissionen.

Wie Leak Detection and Repair (LDAR) zum Klimaschutz beiträgt
Methan ist als Hauptbestandteil von Erdgas und als zentraler Bestandteil von Biogas ein hochwirksames Treibhausgas. Über einen Zeitraum von 20 Jahren hat Methan ein mehr als 80-fach höheres Erderwärmungspotenzial als Kohlendioxid. Seit der industriellen Revolution sind Methanemissionen für etwa 30 Prozent der globalen Erwärmung mitverantwortlich.
Methanemissionen beeinträchtigen die Luftqualität: Methan fördert die Bildung von bodennahem Ozon, einem Luftschadstoff, der die Atemwege belastet. Typische Quellen entlang der Gasinfrastruktur sind undichte Komponenten wie Ventile, Verbinder, Druckentlastungen oder vergleichbare Anlagenteile.
Leak Detection and Repair-Programme (LDAR) spüren Gasleckagen systematisch auf und beheben undichte Stellen durch Reparatur oder Austausch. Dazu werden Anlagen und Netze mit Messgeräten gescreent, Austrittsstellen präzise lokalisiert und – je nach Programm – Leckraten bestimmt, um Maßnahmen nach Dringlichkeit zu priorisieren. Anschließend reichen die fachgerechten Eingriffe von Nachziehen und Neuabdichten über den Austausch von Dichtungen bis hin zum Ersatz ganzer Komponenten. So reduzieren LDAR-Klimaschutzprojekte Treibhausgasemissionen direkt an der Quelle und leisten einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz.
Die Projekte im ClimatePartner-Portfolio sind bei internationalen Standards registriert.
Vier Qualitätskriterien für Klimaschutzprojekte
Lebenszyklus eines Klimaschutzprojekts
Ein Klimaschutzprojekt hat einen definierten Lebenszyklus und durchläuft verschiedene Stationen von der Machbarkeitsprüfung bis hin zur Stilllegung der verifizierten Emissionsreduktionen.Der bzw. die Projektentwickler:in überprüft die generelle Machbarkeit des Projekts, das Projekt-Design und die Finanzierung. Anschließend wird das sogenannte Project Design Document (PDD) erstellt, das alle grundsätzlichen Informationen zum Projekt, beispielsweise das Projektziel, den Standort, wann das Projekt implementiert werden soll und die Projektlaufzeit enthält.
Im nächsten Schritt überprüfen unabhängige Auditoren das PDD und die darin enthaltenen Informationen. Dazu gehören oft auch Projektbesuche mit Interviews und Analysen vor Ort. Auditoren sind akkreditierte, neutrale Prüfer, die vom Register als Validierungs- und Verifizierungsstelle zugelassen sein müssen. TÜV Nord/Süd, S&A Carbon LLC., und SCS Global Services sind Beispiele für VVBs.
Nach der erfolgreichen Validierung kann das Projekt beim Standard, wie dem Verified Carbon Standard oder dem Gold Standard, registriert werden. Alle qualitativ hochwertigen Klimaschutzprojekte beruhen auf internationalen Standards. Sie bilden den Rahmen für das Projekt-Design, den Projektaufbau, die Berechnung der Emissionen und das Monitoring. Anerkannte Standards machen Markt und die Projekte selbst widerstandsfähig, nachvollziehbar und glaubwürdig.
Nachdem das Projekt registriert wurde, beginnt die erste Monitoring-Phase. Hier überwachen und dokumentieren die Projektentwickler die Daten der Projektaktivitäten und des Projektfortschritts. Die Dauer der Monitoring-Phase ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich, sie kann zwei Jahre umfassen, aber auch eine Dokumentation über fünf oder sieben Jahre sind möglich.
Nach Abschluss jeder Monitoring-Phase überprüft und beurteilt eine Validierungs- und Verifizierungsstelle, ob die im Monitoring-Bericht angegebenen Werte und Projektaktivitäten korrekt sind. Wie auch bei der Validierung sind Besuche im Projektgebiet oft Teil der Verifizierung.
Die in der Verifizierung überprüften Emissionsreduktionen können nach der erfolgreichen Verifizierung ex-post als verifizierte Emissionsreduktionen ausgegeben werden. Die Schritte Monitoring, Verifizierung und Ausgabe von verifizierten Emissionsreduktionen wiederholen sich in periodischen Abständen und sind als Kreislauf zu betrachten.
Wenn eine verifizierte Emissionsreduktion verwendet wird, muss sie stillgelegt werden. Dieser Vorgang wird ebenfalls in Registern gespeichert. Findet die Finanzierung eines Klimaschutzprojektes über ClimatePartner statt, sammelt ClimatePartner die verifizierten Emissionsreduktionen in einem durch den TÜV Austria geprüften System und legt sie regelmäßig still. So wird sichergestellt, dass jede verifizierte Emissionsreduktion nur einmal verwendet wird. Ein Verkauf danach ist nicht mehr möglich und eine Doppelzählung ist damit ausgeschlossen.
Entdecken Sie noch mehr Klimaschutzprojekte
Pflanzenkohle für mehr Klimaschutz, gesunde Böden und bessere Ernten

Zertifizierter Klimaschutz kombiniert mit zusätzlichem Engagement

Ausbau erneuerbarer Energie in Asien

Wasserfilter aus Keramik sparen CO2 und verbessern die Gesundheit

Effiziente Kochöfen weltweit - für bessere Gesundheit und saubere Luft

Zertifizierter Klimaschutz kombiniert mit zusätzlichem Engagement

Der Ausbau erneuerbarer Energie in Afrika

Zertifizierter Klimaschutz kombiniert mit zusätzlichem Engagement

Regenerierte Ökosysteme binden CO2

Vom geschädigten Ackerland zum gesunden Ökosystem

Effiziente Kochöfen - besser für das Klima und die Gesundheit






















