Kältemittel im Kreislauf halten statt in die Atmosphäre entweichen lassen
Kältemittel, die in Klima- und Kühlsystemen eingesetzt werden, gehören zu den stärksten Treibhausgasen überhaupt. Einige von ihnen wirken tausendfach stärker als CO₂. Gelangen sie durch Leckagen oder unsachgemäße Entsorgung in die Atmosphäre, sind die Auswirkungen auf das Klima erheblich.
Dieses Projekt setzt auf Kreislaufwirtschaft. Gebrauchte Kältemittel werden aus Anlagen in den gesamten USA zurückgewonnen, in einer EPA-zertifizierten Anlage in Livonia, Michigan, von Verunreinigungen gereinigt und anschließend wieder für den Einsatz aufbereitet.
Je länger diese Kältemittel im Umlauf bleiben, desto weniger neue müssen produziert werden. Das bedeutet weniger Produktion, weniger Abfall und eine zirkulärere Kälte- und Klimatechnikbranche.




Wie Kältemittelmanagement zum Klimaschutz beiträgt
Viele bestehende Systeme verwenden jedoch teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKW beziehungsweise HFCs), die ein hohes Treibhauspotenzial besitzen. Gelangen sie bei Leckagen, Wartungsarbeiten oder am Ende der Lebensdauer einer Anlage in die Atmosphäre, tragen sie direkt zur Erderwärmung bei. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Kältemitteln über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg trägt dazu bei, diese Emissionen zu reduzieren.
Kältemittelmanagement umfasst diverse Maßnahmen entlang des gesamten Lebenszyklus von Kältemitteln. Dazu gehören die frühzeitige Erkennung und Reparatur von Leckagen, die Umstellung auf Kältemittel mit geringerem Treibhauspotenzial sowie die Rückgewinnung gebrauchter Stoffe. Bei der Rückgewinnung wird das Kältemittel aus einer Anlage entnommen, gereinigt und direkt vor Ort wiederverwendet oder in einer spezialisierten Anlage aufbereitet. Bei der Aufbereitung wird das Kältemittel gereinigt und geprüft. Dadurch kann es erneut in Klima- und Kälteanlagen eingesetzt werden.
Klimaschutzprojekte im Bereich Kältemittelmanagement setzen an unterschiedlichen Stellen dieses Kreislaufs an. Echtzeit-Messsysteme erkennen Leckagen frühzeitig, damit undichte Stellen schneller repariert und Emissionen reduziert werden können. Moderne Kältesysteme nutzen Kältemittel mit geringerem Treibhauspotenzial, etwa Ammoniak, Kohlendioxid, Kohlenwasserstoffe oder bestimmte Hydrofluorolefine. Rückgewinnungs- und Aufbereitungsprojekte halten bereits vorhandene Kältemittel länger im Kreislauf und verringern dadurch den Bedarf an neu produzierten Stoffen. Projekte zur Entsorgung von Kältemitteln sorgen dafür, dass alte oder nicht mehr nutzbare Stoffe fachgerecht behandelt werden und nicht in die Atmosphäre gelangen. Je nach Projekttyp werden die Emissionsminderungen anhand der vermiedenen Leckagen, der ersetzten Kältemittel, der wiederverwendeten Mengen oder der nachweislich zerstörten Stoffe quantifiziert. Kältemittelmanagement-Projekte im ClimatePartner-Portfolio sind nach internationalen Standards registriert.
Vier Qualitätskriterien für Klimaschutzprojekte
Lebenszyklus eines Klimaschutzprojekts
Ein Klimaschutzprojekt hat einen definierten Lebenszyklus und durchläuft verschiedene Stationen von der Machbarkeitsprüfung bis hin zur Stilllegung der verifizierten Emissionsreduktionen.Der bzw. die Projektentwickler:in überprüft die generelle Machbarkeit des Projekts, das Projekt-Design und die Finanzierung. Anschließend wird das sogenannte Project Design Document (PDD) erstellt, das alle grundsätzlichen Informationen zum Projekt, beispielsweise das Projektziel, den Standort, wann das Projekt implementiert werden soll und die Projektlaufzeit enthält.
Im nächsten Schritt überprüfen unabhängige Auditoren das PDD und die darin enthaltenen Informationen. Dazu gehören oft auch Projektbesuche mit Interviews und Analysen vor Ort. Auditoren sind akkreditierte, neutrale Prüfer, die vom Register als Validierungs- und Verifizierungsstelle zugelassen sein müssen. TÜV Nord/Süd, S&A Carbon LLC., und SCS Global Services sind Beispiele für VVBs.
Nach der erfolgreichen Validierung kann das Projekt beim Standard, wie dem Verified Carbon Standard oder dem Gold Standard, registriert werden. Alle qualitativ hochwertigen Klimaschutzprojekte beruhen auf internationalen Standards. Sie bilden den Rahmen für das Projekt-Design, den Projektaufbau, die Berechnung der Emissionen und das Monitoring. Anerkannte Standards machen Markt und die Projekte selbst widerstandsfähig, nachvollziehbar und glaubwürdig.
Nachdem das Projekt registriert wurde, beginnt die erste Monitoring-Phase. Hier überwachen und dokumentieren die Projektentwickler die Daten der Projektaktivitäten und des Projektfortschritts. Die Dauer der Monitoring-Phase ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich, sie kann zwei Jahre umfassen, aber auch eine Dokumentation über fünf oder sieben Jahre sind möglich.
Nach Abschluss jeder Monitoring-Phase überprüft und beurteilt eine Validierungs- und Verifizierungsstelle, ob die im Monitoring-Bericht angegebenen Werte und Projektaktivitäten korrekt sind. Wie auch bei der Validierung sind Besuche im Projektgebiet oft Teil der Verifizierung.
Die in der Verifizierung überprüften Emissionsreduktionen können nach der erfolgreichen Verifizierung ex-post als verifizierte Emissionsreduktionen ausgegeben werden. Die Schritte Monitoring, Verifizierung und Ausgabe von verifizierten Emissionsreduktionen wiederholen sich in periodischen Abständen und sind als Kreislauf zu betrachten.
Wenn eine verifizierte Emissionsreduktion verwendet wird, muss sie stillgelegt werden. Dieser Vorgang wird ebenfalls in Registern gespeichert. Findet die Finanzierung eines Klimaschutzprojektes über ClimatePartner statt, sammelt ClimatePartner die verifizierten Emissionsreduktionen in einem durch den TÜV Austria geprüften System und legt sie regelmäßig still. So wird sichergestellt, dass jede verifizierte Emissionsreduktion nur einmal verwendet wird. Ein Verkauf danach ist nicht mehr möglich und eine Doppelzählung ist damit ausgeschlossen.
Entdecken Sie noch mehr Klimaschutzprojekte
Pflanzenkohle für mehr Klimaschutz, gesunde Böden und bessere Ernten

Zertifizierter Klimaschutz kombiniert mit zusätzlichem Engagement

Ausbau erneuerbarer Energie in Asien

Wasserfilter aus Keramik sparen CO2 und verbessern die Gesundheit

Effiziente Kochöfen weltweit - für bessere Gesundheit und saubere Luft

Zertifizierter Klimaschutz kombiniert mit zusätzlichem Engagement

Der Ausbau erneuerbarer Energie in Afrika

Zertifizierter Klimaschutz kombiniert mit zusätzlichem Engagement

Regenerierte Ökosysteme binden CO2

Vom geschädigten Ackerland zum gesunden Ökosystem

Effiziente Kochöfen - besser für das Klima und die Gesundheit


