Böden stärken, die eine Nation ernähren.
Fast die Hälfte Litauens besteht aus landwirtschaftlichen Flächen. Doch jahrelange Monokulturen und der intensive Einsatz von Düngemitteln haben Spuren hinterlassen: Böden sind erodiert, Nährstoffe wurden ausgewaschen und die Fähigkeit der Böden, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen, hat abgenommen.
Dieses Projekt will das ändern. Gemeinsam mit 72 Landwirtinnen und Landwirten auf 40 Betrieben werden regenerative Anbaumethoden eingeführt. Durch eine schonendere Bodenbearbeitung, den Anbau von Zwischenfrüchten und vielfältigere Fruchtfolgen wird Schritt für Schritt wieder aufgebaut, was die intensive Landwirtschaft über Jahre hinweg geschwächt hat.
Weniger Dünger. Gesündere Böden. Widerstandsfähigere Agrarflächen.
Und eine Landwirtschaft, die besser auf die Herausforderungen eines sich wandelnden Klimas vorbereitet ist.

Wie regenerative Landwirtschaft zum Klimaschutz beiträgt
Ernährung und Landwirtschaft sind für rund ein Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Damit bietet der Landwirtschaftssektor ein großes Potenzial für Emissionseinsparungen und Klimaschutz. Regenerative Anbaumethoden können Emissionen reduzieren, die Bodenqualität verbessern und die Fähigkeit des Bodens stärken, Kohlenstoff zu speichern.
Ein zentraler Ansatz ist die reduzierte Bodenbearbeitung. Der Boden wird seltener oder schonender bearbeitet, etwa durch weniger Pflügen oder Lockern. Das unterstützt eine stabile Bodenstruktur und hilft dem Boden, Kohlenstoff und Wasser besser zu speichern. Ein gesünderes, artenreicheres Bodenleben senkt zudem das Erosionsrisiko. Häufig sind weniger oder leichtere Maschinenüberfahrten nötig, was Kraftstoff spart.
Auch der Einsatz von Zwischenfrüchten kann den bodenorganischen Kohlenstoff und die Bodenfruchtbarkeit verbessern, indem überschüssige Nährstoffe nach der Ernte aufgenommen werden. Zwischenfrüchte erhalten die Bodenfeuchtigkeit, verringern Erosion, reduzieren Verdichtung und senken Nährstoffverluste.
Die Verwendung organischer Düngemittel kann die Nährstoffverfügbarkeit verbessern und den Gehalt an organischer Substanz erhöhen, was gesündere, widerstandsfähigere Pflanzen und robustere Anbausysteme unterstützt. Da Nährstoffe häufig langsamer freigesetzt werden, kann dies bei richtiger Anwendung das Risiko von Oberflächenabfluss, Erosion und Pflanzenstress verringern.
Schließlich werden Ernterückstände nach der Ernte nicht entfernt, sondern gleichmäßig auf der Fläche verteilt, damit eine schützende Bodenbedeckung entsteht. Diese schützt den Boden vor Erosion und extremen Temperaturen und hilft, Feuchtigkeit zu bewahren. Werden Rückstände im Boden belassen, erhöhen sie die organische Substanz und können langfristig zu höheren Bodenkohlenstoffgehalten beitragen.
Die Projekte im ClimatePartner-Portfolio sind bei internationalen Standards registriert.
Vier Qualitätskriterien für Klimaschutzprojekte
Lebenszyklus eines Klimaschutzprojekts
Ein Klimaschutzprojekt hat einen definierten Lebenszyklus und durchläuft verschiedene Stationen von der Machbarkeitsprüfung bis hin zur Stilllegung der verifizierten Emissionsreduktionen.Der bzw. die Projektentwickler:in überprüft die generelle Machbarkeit des Projekts, das Projekt-Design und die Finanzierung. Anschließend wird das sogenannte Project Design Document (PDD) erstellt, das alle grundsätzlichen Informationen zum Projekt, beispielsweise das Projektziel, den Standort, wann das Projekt implementiert werden soll und die Projektlaufzeit enthält.
Im nächsten Schritt überprüfen unabhängige Auditoren das PDD und die darin enthaltenen Informationen. Dazu gehören oft auch Projektbesuche mit Interviews und Analysen vor Ort. Auditoren sind akkreditierte, neutrale Prüfer, die vom Register als Validierungs- und Verifizierungsstelle zugelassen sein müssen. TÜV Nord/Süd, S&A Carbon LLC., und SCS Global Services sind Beispiele für VVBs.
Nach der erfolgreichen Validierung kann das Projekt beim Standard, wie dem Verified Carbon Standard oder dem Gold Standard, registriert werden. Alle qualitativ hochwertigen Klimaschutzprojekte beruhen auf internationalen Standards. Sie bilden den Rahmen für das Projekt-Design, den Projektaufbau, die Berechnung der Emissionen und das Monitoring. Anerkannte Standards machen Markt und die Projekte selbst widerstandsfähig, nachvollziehbar und glaubwürdig.
Nachdem das Projekt registriert wurde, beginnt die erste Monitoring-Phase. Hier überwachen und dokumentieren die Projektentwickler die Daten der Projektaktivitäten und des Projektfortschritts. Die Dauer der Monitoring-Phase ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich, sie kann zwei Jahre umfassen, aber auch eine Dokumentation über fünf oder sieben Jahre sind möglich.
Nach Abschluss jeder Monitoring-Phase überprüft und beurteilt eine Validierungs- und Verifizierungsstelle, ob die im Monitoring-Bericht angegebenen Werte und Projektaktivitäten korrekt sind. Wie auch bei der Validierung sind Besuche im Projektgebiet oft Teil der Verifizierung.
Die in der Verifizierung überprüften Emissionsreduktionen können nach der erfolgreichen Verifizierung ex-post als verifizierte Emissionsreduktionen ausgegeben werden. Die Schritte Monitoring, Verifizierung und Ausgabe von verifizierten Emissionsreduktionen wiederholen sich in periodischen Abständen und sind als Kreislauf zu betrachten.
Wenn eine verifizierte Emissionsreduktion verwendet wird, muss sie stillgelegt werden. Dieser Vorgang wird ebenfalls in Registern gespeichert. Findet die Finanzierung eines Klimaschutzprojektes über ClimatePartner statt, sammelt ClimatePartner die verifizierten Emissionsreduktionen in einem durch den TÜV Austria geprüften System und legt sie regelmäßig still. So wird sichergestellt, dass jede verifizierte Emissionsreduktion nur einmal verwendet wird. Ein Verkauf danach ist nicht mehr möglich und eine Doppelzählung ist damit ausgeschlossen.
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