Regenerative Landwirtschaft für gesunde Böden und Klimaschutz
Rund die Hälfte der Landesfläche Litauens wird landwirtschaftlich genutzt. Doch intensive Landbewirtschaftung, Monokulturen und der Einsatz von Düngemitteln setzen den Böden zu und führen zu Erosion, Biodiversitäts- und Nährstoffverlust sowie eine geminderte Bodenfruchtbarkeit. Dazu kommt: Die Landwirtschaft verursacht rund 21 % der nationalen Treibhausgasemissionen und zählt damit zu den größten Emissionsquellen Litauens.
Gesunde Böden können Teil der Lösung sein: Denn sie speichern Kohlenstoff, halten Wasser zurück und machen landwirtschaftliche Flächen widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit und Extremwetter.
Dieses Klimaschutzprojekt unterstützt 72 Landwirtinnen und Landwirte aus 40 Betrieben bei der Umstellung auf regenerative Anbaumethoden. Auf rund 18.510 Hektar reduzieren sie die Bodenbearbeitung, bauen Zwischen- und Deckfrüchte an, erweitern ihre Fruchtfolgen und belassen mehr Ernterückstände auf den Feldern. Die Landwirt:innen senken den Einsatz von Stickstoffdüngern um rund 24 Prozent, wodurch der Druck auf Böden und Gewässer verringert wird.
Das Projekt verbindet Klimaschutz mit einer widerstandsfähigeren Landwirtschaft
und spart jährlich rund 32.560 Tonnen CO₂ ein. Gleichzeitig verbessert es die Bodenfruchtbarkeit und Wasserspeicherfähigkeit der Böden und stärkt die Widerstandsfähigkeit landwirtschaftlicher Flächen. Die Teilnehmenden profitieren zudem von finanzieller Unterstützung, Schulungen und fachlicher Beratung.

Wie regenerative Landwirtschaft zum Klimaschutz beiträgt
Ernährung und Landwirtschaft sind für rund ein Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Damit bietet der Landwirtschaftssektor ein großes Potenzial für Emissionseinsparungen und Klimaschutz. Regenerative Anbaumethoden können Emissionen reduzieren, die Bodenqualität verbessern und die Fähigkeit des Bodens stärken, Kohlenstoff zu speichern.
Ein zentraler Ansatz ist die reduzierte Bodenbearbeitung. Der Boden wird seltener oder schonender bearbeitet, etwa durch weniger Pflügen oder Lockern. Das unterstützt eine stabile Bodenstruktur und hilft dem Boden, Kohlenstoff und Wasser besser zu speichern. Ein gesünderes, artenreicheres Bodenleben senkt zudem das Erosionsrisiko. Häufig sind weniger oder leichtere Maschinenüberfahrten nötig, was Kraftstoff spart.
Auch der Einsatz von Zwischenfrüchten kann den bodenorganischen Kohlenstoff und die Bodenfruchtbarkeit verbessern, indem überschüssige Nährstoffe nach der Ernte aufgenommen werden. Zwischenfrüchte erhalten die Bodenfeuchtigkeit, verringern Erosion, reduzieren Verdichtung und senken Nährstoffverluste.
Die Verwendung organischer Düngemittel kann die Nährstoffverfügbarkeit verbessern und den Gehalt an organischer Substanz erhöhen, was gesündere, widerstandsfähigere Pflanzen und robustere Anbausysteme unterstützt. Da Nährstoffe häufig langsamer freigesetzt werden, kann dies bei richtiger Anwendung das Risiko von Oberflächenabfluss, Erosion und Pflanzenstress verringern.
Schließlich werden Ernterückstände nach der Ernte nicht entfernt, sondern gleichmäßig auf der Fläche verteilt, damit eine schützende Bodenbedeckung entsteht. Diese schützt den Boden vor Erosion und extremen Temperaturen und hilft, Feuchtigkeit zu bewahren. Werden Rückstände im Boden belassen, erhöhen sie die organische Substanz und können langfristig zu höheren Bodenkohlenstoffgehalten beitragen.
Die Projekte im ClimatePartner-Portfolio sind bei internationalen Standards registriert.
Vier Qualitätskriterien für Klimaschutzprojekte
Lebenszyklus eines Klimaschutzprojekts
Ein Klimaschutzprojekt hat einen definierten Lebenszyklus und durchläuft verschiedene Stationen von der Machbarkeitsprüfung bis hin zur Stilllegung der verifizierten Emissionsreduktionen.Der bzw. die Projektentwickler:in überprüft die generelle Machbarkeit des Projekts, das Projekt-Design und die Finanzierung. Anschließend wird das sogenannte Project Design Document (PDD) erstellt, das alle grundsätzlichen Informationen zum Projekt, beispielsweise das Projektziel, den Standort, wann das Projekt implementiert werden soll und die Projektlaufzeit enthält.
Im nächsten Schritt überprüfen unabhängige Auditoren das PDD und die darin enthaltenen Informationen. Dazu gehören oft auch Projektbesuche mit Interviews und Analysen vor Ort. Auditoren sind akkreditierte, neutrale Prüfer, die vom Register als Validierungs- und Verifizierungsstelle zugelassen sein müssen. TÜV Nord/Süd, S&A Carbon LLC., und SCS Global Services sind Beispiele für VVBs.
Nach der erfolgreichen Validierung kann das Projekt beim Standard, wie dem Verified Carbon Standard oder dem Gold Standard, registriert werden. Alle qualitativ hochwertigen Klimaschutzprojekte beruhen auf internationalen Standards. Sie bilden den Rahmen für das Projekt-Design, den Projektaufbau, die Berechnung der Emissionen und das Monitoring. Anerkannte Standards machen Markt und die Projekte selbst widerstandsfähig, nachvollziehbar und glaubwürdig.
Nachdem das Projekt registriert wurde, beginnt die erste Monitoring-Phase. Hier überwachen und dokumentieren die Projektentwickler die Daten der Projektaktivitäten und des Projektfortschritts. Die Dauer der Monitoring-Phase ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich, sie kann zwei Jahre umfassen, aber auch eine Dokumentation über fünf oder sieben Jahre sind möglich.
Nach Abschluss jeder Monitoring-Phase überprüft und beurteilt eine Validierungs- und Verifizierungsstelle, ob die im Monitoring-Bericht angegebenen Werte und Projektaktivitäten korrekt sind. Wie auch bei der Validierung sind Besuche im Projektgebiet oft Teil der Verifizierung.
Die in der Verifizierung überprüften Emissionsreduktionen können nach der erfolgreichen Verifizierung ex-post als verifizierte Emissionsreduktionen ausgegeben werden. Die Schritte Monitoring, Verifizierung und Ausgabe von verifizierten Emissionsreduktionen wiederholen sich in periodischen Abständen und sind als Kreislauf zu betrachten.
Wenn eine verifizierte Emissionsreduktion verwendet wird, muss sie stillgelegt werden. Dieser Vorgang wird ebenfalls in Registern gespeichert. Findet die Finanzierung eines Klimaschutzprojektes über ClimatePartner statt, sammelt ClimatePartner die verifizierten Emissionsreduktionen in einem durch den TÜV Austria geprüften System und legt sie regelmäßig still. So wird sichergestellt, dass jede verifizierte Emissionsreduktion nur einmal verwendet wird. Ein Verkauf danach ist nicht mehr möglich und eine Doppelzählung ist damit ausgeschlossen.
Entdecken Sie noch mehr Klimaschutzprojekte
Pflanzenkohle für mehr Klimaschutz, gesunde Böden und bessere Ernten

Zertifizierter Klimaschutz kombiniert mit zusätzlichem Engagement

Ausbau erneuerbarer Energie in Asien

Wasserfilter aus Keramik sparen CO2 und verbessern die Gesundheit

Effiziente Kochöfen weltweit - für bessere Gesundheit und saubere Luft

Zertifizierter Klimaschutz kombiniert mit zusätzlichem Engagement

Der Ausbau erneuerbarer Energie in Afrika

Zertifizierter Klimaschutz kombiniert mit zusätzlichem Engagement

Regenerierte Ökosysteme binden CO2

Vom geschädigten Ackerland zum gesunden Ökosystem

Effiziente Kochöfen - besser für das Klima und die Gesundheit



