Rückenwind für die erneuerbare Stromversorgung in Gujarat
Indiens Stromnetz wird weiterhin wesentlich durch fossil betriebene Kraftwerke geprägt. Die Stromerzeugung verursacht daher erhebliche CO2-Emissionen. Der Ausbau erneuerbarer Energien trägt dazu bei, den Strombedarf zunehmend mit Wind- und Solarenergie zu decken und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern. Hier setzt das Windkraftprojekt in den Distrikten Jamnagar und Rajkot im westindischen Bundesstaat Gujarat an. Es umfasst zwölf Windkraftanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 9,6 MW. Jede Anlage verfügt über eine Leistung von 800 kW. Die Anlagen wandeln die Bewegungsenergie des Windes in elektrischen Strom um und speisen diesen in das indische Stromnetz ein. Der Windstrom ersetzt Elektrizität, die ohne das Projekt in fossil betriebenen, an das Netz angeschlossenen Kraftwerken erzeugt worden wäre. Für die zweite Crediting Period wird eine durchschnittliche Stromerzeugung von rund 17.860 MWh pro Jahr erwartet. Die Klimawirkung entsteht durch den Ersatz dieses fossil erzeugten Netzstroms. So reduziert das Windkraftprojekt im Durchschnitt schätzungsweise rund 16.692 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr. Die aktuellen verifizierten Ergebnisse bestätigen die Stromerzeugung des Projekts. Vom 1. April 2022 bis zum 31. März 2025 speisten die zwölf Windkraftanlagen insgesamt 39.356,25 MWh erneuerbaren Strom in das öffentliche Netz ein. Die eingespeiste Strommenge wird kontinuierlich gemessen und monatlich dokumentiert. Neben der Klimawirkung schafft das Projekt Arbeitsplätze. Persönliche Schutzausrüstung und Schulungen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz tragen zu sicheren Arbeitsbedingungen bei.
Windkraftanlagen nutzen – wie der Name sagt – die Kraft des Windes, um Energie zu generieren. Dabei wandelt ein Generator im inneren der Windkraftanlage kinetische Energie in elektrische Energie um. Da in vielen Gebieten weltweit Energie immer noch hauptsächlich aus fossilen Brennstoffen erzeugt wird, kann saubere Windenergie einen Teil dieser fossilen, emissionsintensiven Energie ersetzen und nachweislich CO2-Emissionen einsparen.
In den meisten Fällen wird der nachhaltig generierte Strom der Windkraftprojekte in ein regionales Stromnetz eingespeist, wodurch die Energieversorgung diverser wird und die Energiesicherheit in Regionen, die oft von Stromknappheit und Stromausfällen betroffen sind, verbessert wird. Häufig schaffen die Projekte verschiedene Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung und die Flächen können zusätzlich für weitere Aktivitäten, wie Landwirtschaft, genutzt werden. Windkraftprojekte leisten einen wichtigen Beitrag zur sauberen Energieversorgung weltweit und tragen zu einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der UN Sustainable Development Goals (SDGs) bei. Die Windenergie-Projekte im ClimatePartner-Portfolio sind bei internationalen Standards registriert.
Vier Qualitätskriterien für Klimaschutzprojekte
Lebenszyklus eines Klimaschutzprojekts
Ein Klimaschutzprojekt hat einen definierten Lebenszyklus und durchläuft verschiedene Stationen von der Machbarkeitsprüfung bis hin zur Stilllegung der verifizierten Emissionsreduktionen.Der bzw. die Projektentwickler:in überprüft die generelle Machbarkeit des Projekts, das Projekt-Design und die Finanzierung. Anschließend wird das sogenannte Project Design Document (PDD) erstellt, das alle grundsätzlichen Informationen zum Projekt, beispielsweise das Projektziel, den Standort, wann das Projekt implementiert werden soll und die Projektlaufzeit enthält.
Im nächsten Schritt überprüfen unabhängige Auditoren das PDD und die darin enthaltenen Informationen. Dazu gehören oft auch Projektbesuche mit Interviews und Analysen vor Ort. Auditoren sind akkreditierte, neutrale Prüfer, die vom Register als Validierungs- und Verifizierungsstelle zugelassen sein müssen. TÜV Nord/Süd, S&A Carbon LLC., und SCS Global Services sind Beispiele für VVBs.
Nach der erfolgreichen Validierung kann das Projekt beim Standard, wie dem Verified Carbon Standard oder dem Gold Standard, registriert werden. Alle qualitativ hochwertigen Klimaschutzprojekte beruhen auf internationalen Standards. Sie bilden den Rahmen für das Projekt-Design, den Projektaufbau, die Berechnung der Emissionen und das Monitoring. Anerkannte Standards machen Markt und die Projekte selbst widerstandsfähig, nachvollziehbar und glaubwürdig.
Nachdem das Projekt registriert wurde, beginnt die erste Monitoring-Phase. Hier überwachen und dokumentieren die Projektentwickler die Daten der Projektaktivitäten und des Projektfortschritts. Die Dauer der Monitoring-Phase ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich, sie kann zwei Jahre umfassen, aber auch eine Dokumentation über fünf oder sieben Jahre sind möglich.
Nach Abschluss jeder Monitoring-Phase überprüft und beurteilt eine Validierungs- und Verifizierungsstelle, ob die im Monitoring-Bericht angegebenen Werte und Projektaktivitäten korrekt sind. Wie auch bei der Validierung sind Besuche im Projektgebiet oft Teil der Verifizierung.
Die in der Verifizierung überprüften Emissionsreduktionen können nach der erfolgreichen Verifizierung ex-post als verifizierte Emissionsreduktionen ausgegeben werden. Die Schritte Monitoring, Verifizierung und Ausgabe von verifizierten Emissionsreduktionen wiederholen sich in periodischen Abständen und sind als Kreislauf zu betrachten.
Wenn eine verifizierte Emissionsreduktion verwendet wird, muss sie stillgelegt werden. Dieser Vorgang wird ebenfalls in Registern gespeichert. Findet die Finanzierung eines Klimaschutzprojektes über ClimatePartner statt, sammelt ClimatePartner die verifizierten Emissionsreduktionen in einem durch den TÜV Austria geprüften System und legt sie regelmäßig still. So wird sichergestellt, dass jede verifizierte Emissionsreduktion nur einmal verwendet wird. Ein Verkauf danach ist nicht mehr möglich und eine Doppelzählung ist damit ausgeschlossen.
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